225 Millionen zu wenig in der Pensionkasse

Bern

Das Anlageergebnis der Pensionskasse der Stadt Bern fiel zwar negativ aus. Dennoch ist das Ergebnis besser als im Durchschnitt der Schweizer Pensionskassen.

Michael Aebersold (SP), Finanzdirektor der Stadt Bern, sitzt in der Verwaltungskommission der Personalvorsorgekasse der Stadt Bern (PVK).

Michael Aebersold (SP), Finanzdirektor der Stadt Bern, sitzt in der Verwaltungskommission der Personalvorsorgekasse der Stadt Bern (PVK).

(Bild: Beat Mathys)

Stefan Schnyder@schnyderlopez

Die Lage der Pensionskasse der Stadt Bern hat sich im vergangenen Jahr stark verschlechtert. Ende 2018 hatte das städtische Vorsorgewerk 225 Millionen Franken zu wenig in der Kasse, um all seinen Verpflichtungen nachzukommen. Das ­­Finanzloch vergrösserte sich damit um 142,6 Millionen Franken. Der Deckungsgrad sank von 96,40 auf 90,95 Prozent. Die Stadt hat einen Sanierungspfad für die Pensionskasse ausgearbeitet und betont, dass die städtische Kasse trotz des Rückschlags im Jahr 2018 besser dastehe als im Plan vorgesehen.

Immobilien rentierten

Im vergangenen Jahr waren Einflussfaktoren im Spiel, welche ausserhalb des Einflussbereichs der Stadt liegen. 2018 war ein schlechtes Börsenjahr. Die städtische Pensionskasse erzielte eine negative Rendite von -1,39 Prozent. Damit verbuchte sie ein Ergebnis, das sich im Vergleich zu den Werten der anderen Pensionskassen durchaus sehen lässt. Der Pensionskassenindex der Credit Suisse zeigte eine durchschnittliche Rendite von -3,20 Prozent, derjenige der UBS einen Wert von -3,45%. Bei der städtischen Pensionskasse rentierten die Aktien Schweiz mit einer Negativrendite von -9,43 Prozent am schlechtesten, die Immobilien Schweiz mit einer Rendite von 4,33 Prozent am besten.

Streit um Rüstungsaktien

Seit dem 1. Dezember 2018 hat die Pensionskasse keine Gelder mehr in Unternehmen investiert, die geächtete Waffen wie Atomwaffen, Streumunition und Antipersonenminen herstellen, wie sie schreibt. Sie hat entsprechende indirekte Beteiligungen von 1,5 Millionen Franken verkauft. Der SP geht das zu wenig weit. Sie hat am Montag angekündigt, dass sie am Donnerstag im Stadtrat einen Vorstoss einreichen wird, der einen Bericht über alle Investitionen der Kasse und deren Nachhaltigkeit verlangt.

Berner Zeitung

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