Pendler verstopfen Parkplätze

Zollikofen

Nicht alle Mitarbeiter des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation in Zollikofen nehmen den Zug. Deshalb sind die Gratisparkplätze in der Nähe dauernd belegt.

Stephan Künzi

Eigentlich wäre die Sache klar. Wer im Neubau des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation (BIT) arbeitet, pendelt im Normalfall mit dem Zug. Augenfälliges Zeichen dafür ist die nahe Haltestelle Oberzollikofen: Just zur Eröffnung des BIT im Herbst 2013 liess der Regionalverkehr Bern–Solothurn (RBS) die Anlage von 1973 rundum erneuern. Kernstück der Arbeiten war der Ausbau der Unterführung. Sie wurde nicht nur breiter, sondern erhielt zum BIT hin auch einen neuen Ausgang.

Den Hauptteil der Kosten von rund 6 Millionen Franken trug der Bund, und er versuchte gleich selber, die Zahl der Autopendler einzuschränken. Für die 700 Mitarbeiter baute er lediglich rund 100 Parkplätze – und verlangte von jenen, die sie nutzen wollten, erst noch Geld.

Trotzdem liessen etliche Unentwegte ihr Auto nicht zu Hause stehen. Das beobachtet Gemeindepräsident Daniel Bichsel. Der SVPler denkt an die 22 Parkplätze, die in bequemer Fussdistanz zu den Büros an der Stichstrasse zum Freizeithaus liegen. Sie stehen allen offen und sind weiss markiert – der Effekt liess nicht lange auf sich warten: Seit dem Zuzug des BIT, so Bichsel, seien die Felder tagsüber belegt.

Für andere gedacht

Die Gemeinde hatte noch versucht, dem vorzubeugen. Schon im Herbst 2013 verkürzte sie die zuvor unbegrenzte Parkdauer auf vier Stunden. Dass sich auch diese mit dem Arbeitsrhythmus im BIT ganz offensichtlich vereinbaren lassen, hatte sie nicht in Rechnung. Deshalb zieht sie nun die Schraube an: Künftig dürfen die Autos an der Stichstrasse nur tagsüber noch für zwei Stunden abgestellt werden.

Die Parkfelder seien für Spaziergänger und Freizeitsportler sowie für die Mieter des Freizeithauses gedacht, sagt Bichsel. Für Letztere hat die Gemeinde nun eine Lösung gefunden. Dauert ihr Anlass mehr als vier Stunden, erhalten sie eine Parkkarte.

Berner Zeitung

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