Patrik Scherrer verlässt den Kursaal nach 18 Jahren

Bern

Patrik Scherrer gibt Ende Monat die Leitung des Kursaals in Bern ab. Er will erst einmal eine Reise machen. Bezüglich seiner beruflichen Zukunft sei er in der «Entscheidungsphase».

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Patrik Scherrer wurde 1996 als Hoteldirektor ohne Hotel angestellt. Die Kongress+Kursaal Bern AG begann vor 18 Jahren mit dem Bau des Hotels Allegro. Scherrer war zuständig für die Baubegleitung, die Positionierung und Vermarktung des Hotels. 1998 wurde das Allegro eröffnet. Damals gabs im Kursaal zwei Direktorenposten, einen für das Hotel, den anderen für den Kursaal. Seit 2004 ist Scherrer Generaldirektor der Kongress+ Kursaal Bern AG sowie deren Tochter, der Hotel Allegro Bern AG. Ende Februar verlässt er seinen Posten, bleibt aber hier wohnhaft.

Scherrer, der gelernte Koch, hatte sein erstes Ziel vor 18 Jahren erreicht. «Mit 35 Jahren will ich Hoteldirektor sein», hatte er einmal gesagt. «Letztes Jahr habe ich mir konkret überlegt, ob ich mit 50 etwas Neues anfangen soll», sagt Scherrer. Jetzt wird er 50. Und er beginnt Neues. «Ich möchte Projektentwicklungen für Tourismus-, Hotel- und Gastrounternehmungen machen, Strategieentwicklungen für Betriebe, um diese auf das richtige Gleis zu führen.» Er könne sich auch Verwaltungsratsmandate vorstellen. «Viele Betriebe haben Bedarf für Optimierungen», sagt Scherrer. Wenn die Konditionen stimmten, wäre für ihn auch die Übernahme eines Betriebes denkbar. Er sei derzeit auf mehreren Ebenen im Gespräch.

Vorerst will er aber eine Reise unternehmen. «Sie dauert einige Wochen, führt aber nicht gerade um die ganze Welt.» Was seine berufliche Zukunft betreffe, befinde er sich derzeit in einer «Entscheidungsphase». Auf der Reise will er sich auch über seinen beruflichen Weg Gedanken machen. Es ist das erste Mal seit 18 Jahren, dass Scherrer länger als drei Wochen verreisen kann.

Zahlreiche Highlights

Scherrer hat die wohl spannendsten Jahre in der Geschichte des Kursaals miterlebt und vor allem mitgeprägt. Das hat mit der Eröffnung des Hotels Allegro begonnen. 10 Jahre später wurden ein erstes Mal die Zimmer neu gestaltet. «Zu den Highlights gehört sicher auch die kulinarische Kompetenz, die wir im Kursaal aufbauen konnten», sagt Scherrer. Er hat für drei Restaurants neue Konzepte entwickelt und sie im Markt positioniert.

Das Flaggschiff, das Restaurant Meridiano, schaffte es auf 17 Gault-Millau-Punkte und zu einem Stern im Guide Michelin. Und unter Scherrers Leitung hat es das Hotel Allegro gemäss Ranking der Zeitschrift «Bilanz» immer unter die 20 besten Hotels der Schweiz gebracht. Stolz ist der Generaldirektor auch darauf, dass der grosse Umbau des Kursaals in den letzten paar Jahren mehrheitlich termingerecht und bei laufendem Betrieb über die Bühne ging. Der vormals verstaubte Kursaal präsentiert sich heute als Hotel- und Kongresszentrum erster Güte.

«Was mich enorm freut, ist, dass dies die Bernerinnen und Berner sehr positiv aufgenommen haben. Wenn man hier etwas bewegt, wird das geschätzt.» In diesem und im nächsten Jahr finden einige grosse Events statt. Der Kursaal werde verschiedene mehrtägige Kongresse durchführen können, vor allem Medizinalkongresse. Derzeit werde abgeklärt, ob Ende 2014 in der Vorweihnachtszeit – Scherrer wird nicht mehr im Kursaal sein – ein Musical inszeniert werden könne. In diesem Jahr werden 138 Anlässe in der Kursaal-Arena durchgeführt, davon neun nationale und internationale Kongresse.

Und was rät er seiner Nachfolgerin Elisabeth Dalucas? «Ich kann ihr ans Herz legen, dass sie sich mit Bern anfreundet und sich auf die Bernerinnen und Berner einlässt.» Scherrer, der im appenzellischen Herisau aufgewachsen ist, hat ein schönes Verhältnis zu Bern aufgebaut. «Bern ist eine der schönsten Städte, in der man leben kann.»

Berner Zeitung

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