Bern

Passagierschiff Ittume fährt 2016 wieder

BernDas legendäre Passagierschiff Ittume wird wieder flottgemacht. Nächstes Jahr soll es zu Wasser gelassen werden. Das Schiff fuhr in den 1970er-Jahren regelmässig mit Passagieren bis zum Wohlensee.

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Die Ittume steht im Clubhaus des ältesten Wasserfahrvereins der Stadt Bern. Das legendäre Passagierschiff des Aare-Clubs Matte Bern (ACMB) erlebte seine Taufe 1971. Bis 1980 wurden mit diesem 10,5 Meter langen und 2,5 Meter breiten Schiff Touristen und Einheimische befördert. Jeweils am Freitag, in den Sommermonaten, führte die Reise mit 24 Personen an Bord vom Schwellenmätteli bis zur Wohleibrücke hinunter. Die Fahrt kostete sechs Franken. Zur Besatzung gehörten jeweils vier Schlagruderer und ein Steuermann. Am Wohlensee angekommen, wurden die Passagiere jeweils mit einem Bus zurück nach Bern transportiert, während die Wasserfahrer die Ittume mittels Aussenbordmotor wieder die Aare hinauf steuerten.

2500 Stunden Fronarbeit

für die Restaurierung Die Ittume gilt, wie einst die Titanic, als unsinkbar. Doch der Zustand des Schiffs hatte in all den Jahren stark gelitten, am Ende stand es als Wrack draussen am Längmauerweg und wurde von Spaziergängern an der Aare als Abfallmulde genutzt.

Der Aare-Club Matte hat reagiert und für die Ittume eine Rettungsaktion initiiert. Nachdem die ersten Arbeiten in der Werft St.Aubin am Neuenburgersee ausgeführt wurden, kam das Schiff aus Epoxidharz zurück nach Bern. Mitglieder des ACMB sind derzeit damit beschäftigt, der Ittume in stundenlanger Fronarbeit den letzten Schliff zu geben.

Schleifen, Grundieren, Lackieren, Fussraster und Ruderschlösser befestigen, Einsetzen der 24 Passagiersitze – und einen ausgestopften Bärenkopf am Bug befestigen gehören zu den Abschlussarbeiten. «Am Ende werden es wohl 2500 Arbeitsstunden sein», sagt ACMB-Präsident Martin Seiler. 25 Aktivmitglieder würden mithelfen, das Schiff wieder fahrtauglich zu machen. Im nächsten Jahr soll es wieder zu Wasser gelassen werden. Einziger Wermutstropfen sind für Seiler die Finanzen. «Wir suchen noch Sponsoren für die Instandsetzung der Ittume, es fehlen uns noch 20'000 Franken.»

Fernfahrten sind nur für private Zwecke erlaubt

Allerdings wurde seit der letzten Passagierfahrt 1980 die Verordnung über die Schifffahrt auf schweizerischen Gewässern verschärft. «Heute dürfen wir keine gewerbsmässigen Fahrten mehr anbieten», sagt Clubpräsident Martin Seiler. Gemäss dem entsprechenden Bundesgesetz braucht es nämlich für den Transport von mehr als 12 Personen einen Ausweis der Führerkategorie B. Wasserfahrer besitzen in der Regel aber «nur» den Ausweis A, was den gewerbsmässigen Transport von lediglich bis zu 12 Personen erlaubt. Für private Zwecke dürfe die restaurierte Ittume aber mit 24 Personen fahren. Und das will der Aare-Club Matte Bern auch tun. Präsident Martin Seiler spricht von geplanten Fernfahrten, die auch bis in die norddeutsche Hafenstadt Hamburg durchgeführt werden könnten. Der Name des Schiffs, Ittume, ist übrigens das matteenglische Wort für Matte.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 27.07.2015, 08:48 Uhr

Der Club und die Events

Die Wasserfahrerinnen und -fahrer des Aare-Clubs Matte Bern präsentieren sich und ihr Können der Bevölkerung an diversen Events.

Zum Highlight des Jahres kommt es am 15./16.August: Dann findet in Bern der Matte-Cup des ACMB statt (in der Aare im Längmauer-/Altenbergquartier). An diesem Wettbewerb der Wasserfahrer nehmen 20 Vereine aus der ganzen Schweiz teil. Der ACMB gehört schweizweit zu den Top-3-Teams. 180 Schiffe, beziehungsweise deren Fahrerinnen und Fahrer, messen sich in der Kunst des Wasserfahrens. Am Samstag wird von 14 bis 18.30 Uhr gefahren, am Sonntag von 9 bis 11 Uhr. Beim Klubhaus am Längmauerweg wird eine öffentlich zugängliche Festwirtschaft aufgebaut. Bereits am 30. und am 31.Juli präsentiert sich der ACMB im Wankdorf-Center (Coop Megastore). Die Bevölkerung wird an einem Stand unter anderem in die Technik des Wasserfahrens eingeführt.

Am Wochenende des 7., 8. und 9. August ist der Verein im Verkehrshaus Luzern zugegen. Dort werden Schnupperfahrten und Showfahrten angeboten.

Der ACMB wurde 1912 gegründet. Ihm gehören heute 40 aktive, lizenzierte Fahrerinnen und Fahrer sowie 150 Passivmitglieder an. Mitglied kann jede und jeder werden, die/der sich für das Wasserfahren interessiert. Der Club bietet Kurse und Weiterbildungen für Anfänger an.

Zudem organisiert der Wasserfahrverein auch Teambildungsevents für Firmen (bis 60 Personen) an, wo unter anderem auch nautisches Wissen vermittelt wird.

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