Parlament will Zweirichtungstrams statt Wendeschlaufe in Kleinwabern

Köniz

Auf dem Balsigergut soll für die verlängerte Linie 9 keine Wendeschlaufe gebaut werden. Stattdessen will das Könizer Parlament sogenannte Zweirichtungstrams einsetzen.

Hier hätte die neue Wendeschlaufe entstehen sollen. Verzichtet man darauf, könne unbebautes Land geschützt werden, argumentieren Mitte und Grüne.

Hier hätte die neue Wendeschlaufe entstehen sollen. Verzichtet man darauf, könne unbebautes Land geschützt werden, argumentieren Mitte und Grüne.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Die Entscheidung hätte knapper fast nicht ausfallen können. Mit 20 Ja-Stimmen gegenüber 18 Nein-Stimmen hat sich das Könizer Parlament am Montagabend hauchdünn und überraschend dafür ausgesprochen, auf der verlängerten Tramlinie 9 nach Kleinwabern künftig sogenannte Zweirichtungstrams einzusetzen. Die Mitteparteien und die Grünen hatten dies in einem Vorstoss gefordert. Ihr Argument: Dank solcher Trams mit ihren jeweils zwei Führerständen könnte auf den Bau einer Wendeschlaufe auf dem Balsigergut verzichtet und damit Kosten gespart sowie unbebautes Land geschützt werden. Auch einzelne SP- und SVP-Parlamentarier stellten sich hinter das Anliegen.

Die Gegner hatten vergeblich gewarnt, dass der Entscheid für oder gegen Zweirichtungstrams nicht Sache der Politik sei, sondern in der Verantwortung von Bernmobil liege. Sie befürchteten zudem, dass es bei der schon lange geplanten Tramverlängerung nach Kleinwabern nur wieder zu weiteren Verzögerungen komme, wenn man das Projekt durch die Einführung von Zweirichtungtrams erneut ändere.

Wie es nun weitergeht, ist offen. Letztlich entscheidet der Kanton über das Verkehrsprojekt. Dieses kam bisher nur schleppend voran. Das Könizer Stimmvolk hatte sich bereits 2014 für die Tramlinienverlängerung ausgesprochen. Damals war Baubeginn für 2019 und Inbetriebnahme für 2020 geplant. Weil die Finanzierung lange unklar war, verzögerte sich das Projekt jedoch. Mittlerweile ist klar: Der Ausbau kostet 64 Millionen Franken, davon zahlt der Bund 23 Millionen, der Kanton 30 Millionen. Für den Rest kommen die Gemeinde Köniz und Bernmobil auf.

cha

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