Parlament will den weniger sauren Apfel

Worb

Das Worber Parlament hat dem Beitritt zum Wasserverbund Region Bern zugestimmt. Das letzte Wort hat aber die Bevölkerung. 

Worb braucht einen zweiten Anbieter für die Wasserversorgung (Symbolbild).

Worb braucht einen zweiten Anbieter für die Wasserversorgung (Symbolbild).

(Bild: Stefan Anderegg)

Annic Berset

Es komme ihm vor, als wäre er auf dem Markt – und alles, was es zu kaufen gäbe, seien zwei saure Äpfel. So bezeichnete das Parlamentsmitglied Andy Marchand (FDP) die Diskussion um die Zusammenarbeit mit dem Wasserverbund Region Bern.

Denn die Gemeinde braucht einen zweiten Anbieter für die Wasserversorgung – so will es der Kanton. Heute bezieht sie ihr Wasser aus Muri; fällt diese Versorgung aus, muss eine zweite Bezugsquelle sichergestellt werden. Und hier kommt der Wasserverbund Region Bern (WVRB) ins Spiel. Die Worber Stimmbevölkerung entscheidet am 25. November, ob sie dem Verbund beitreten will oder ob sie einen Vertrag mit dem Verbund eingehen will, der die Wasserversorgung absichert. 

«Wir müssen uns für die eine oder die andere Lösung entscheiden, es bleibt uns nichts anderes übrig», sagte Marchand. Der Beitritt sei nach Meinung der FDP ganz klar die bessere Variante.

Der grösste Knackpunkt bei einem Beitritt zum WVRB ist der Verkauf der Infrastruktur. Denn diese würde für 6,4 Millionen Franken an den Verbund übergehen. Der Unterhalt würde dennoch von der Gemeinde erledigt. Am Verkauf stört sich vor allem die SVP. «Der Wert unserer Infrastruktur ist viel zu hoch, um sie einfach aus der Hand zu geben», sagte Martin Wälti. Worb würde dadurch einen Teil der Gemeindeautonomie verlieren. 

Der höhere Wasserpreis von rund 30 Franken jährlich pro Person, der mit dem Vertrag einhergehen würde, findet die Partei gerechtfertigt. «Und im Gegenzug würden die Anlagen bei uns bleiben.» Deshalb sprach sich ein grosser Teil der SVP für eine Vertragslösung aus. Alle anderen Parteien stimmten für den Beitritt zum WVRB, 27 Ja-Stimmen standen 6 Nein-Stimmen gegenüber.

Berner Zeitung

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