Lyss

Parlament lässt die Kufa nicht im Stich

LyssDie Kulturfabrik (Kufa) ­in Lyss erhält eine Finanzspritze. Die Gemeinde schreibt ein Dar­lehen ab und verdoppelt in den nächsten drei Jahren den Beitrag. Einzig die SVP war dagegen.

Die Lichter in der Kufa gehen noch nicht gleich aus.

Die Lichter in der Kufa gehen noch nicht gleich aus. Bild: Chris Harker/BT

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Um die Kufa Lyss steht es nicht gut. Nach einem schlechten letzten Jahr befindet sich die Kulturfabrik in finanziellen Nöten. Spätestens Ende August drohte das Geld auszugehen. Am Montagabend durften die Verantwortlichen ­etwas aufatmen: Um 21.25 Uhr konnten die Kufa-Leute im Publikum applaudieren. Der Grosse Gemeinderat hatte soeben ein klares Bekenntnis zur Kufa ab­gegeben.

Zum einen schrieb er 70'000 Franken ab. Das Geld hatte der Gemeinderat im letzten August als Notdarlehen gesprochen. Zum anderen erhöhte das Parlament den jährlichen Leistungsbeitrag der Gemeinde an die Kulturfabrik um 80'000 Franken für die nächsten drei Jahre, was einer Verdoppelung entspricht. Zudem übernimmt die Finanzabteilung ab Juli die Buchhaltung der Kufa, als unentgelt­liche Dienstleistung.

Gemeinderat Stefan Nobs (FDP) betonte, dass die Kufa für Lyss und die Region eine wichtige Rolle spielt, auch bei der Jugendarbeit. Es gehe im Antrag um einen stolzen Betrag. Aber Nobs zeigte sich überzeugt, dass die Vorwärtsstrategie erfolgreich sein werde: «Auch der Gemeinderat will kein Fass ohne Boden.» Der Vorstand und die Leitung stünden jetzt in der Pflicht.

SVP: Zu hoher Preis

Mit Ausnahme der SVP stellten sich alle Fraktionen hinter den Antrag des Gemeinderats. Auch die SVP wolle die Kufa nicht fallen lassen, betonte Patrick Häni. Aufgrund einer Betriebsanalyse gebe es jedoch eine billigere Variante, damit die Kufa überleben könne. «Wir wollen die Kufa, aber nicht zu jedem Preis», sagte der SVP-Sprecher. Die Partei beantragte einen jährlich um rund 18'000 Franken höheren Beitrag. Mit diesem Antrag war die SVP auf verlorenem Posten.

«Wir wollen die Kufa, aber nicht  zu jedem Preis.»Patrick Häni, SVP-Sprecher

«Es wäre schade, wenn die Kufa schliessen müsste», stellte sich Maya Schenker (FDP) hinter die Beitragserhöhung. Ihre Partei verlangte mit Erfolg, dass die Kufa-Verantwortlichen bis Ende Jahr einen Businessplan vorlegen müssen.

Etwas überrascht über die finanziellen Probleme der Kufa zeigte sich die BDP. Vor allem darüber, dass es nur zwei Varianten gebe: den Gemeindebeitrag verdoppeln und das Darlehen abschreiben oder die Kufa verlieren. Unter dem Strich gebe es für die BDP damit keine andere Möglichkeit, als die Gelder zu sprechen. «Wir sind froh, wenn die Jugendlichen nicht nach Bern oder Biel fahren müssen», fasste Daniel Michel zusammen.

In der Kufa stecke viel Herzblut, erklärte Lukas Ruggli (SP). Sie sei zudem weit über die Region hinaus bekannt. Jürgen Gerber (EVP) wies darauf hin, dass der Anteil der Subventionen im Vergleich zu anderen vergleichbaren Institutionen immer noch im Rahmen sei. (Berner Zeitung)

Erstellt: 26.06.2017, 22:31 Uhr

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