Zum Hauptinhalt springen

Pädophiler darf nicht raus

Ein verurteilter Pädophiler musste zu Recht in der stationären Therapie bleiben. Das Obergericht hat ein beinahe drei Jahre altes Urteil des Regionalgerichts ­bestätigt.

Das Obergericht hat ein beinahe drei Jahre altes Urteil des Regionalgerichts ­bestätigt.
Das Obergericht hat ein beinahe drei Jahre altes Urteil des Regionalgerichts ­bestätigt.
Keystone

Es war irgendwie eine absurde ­Situation am Mittwoch an den bernischen Gerichten. Es ging in zwei Verhandlungen um die Verlängerung einer stationären Massnahme. Am Vormittag befasste sich das Obergericht, am Nachmittag das Regionalgericht Bern-Mittelland mit der sogenannten kleinen Verwahrung.

Das Spezielle daran: Es ging um ein und denselben Fall. Einen Pädophilen, der im März 2008 zu einer Freiheits­strafe von 35 Monaten verurteilt worden war. Die Strafe wurde zugunsten einer stationären The­rapie aufgeschoben. Er befindet sich zurzeit im Massnahmezen­trum St. Johannsen.

Die Massnahme war zweimal verlängert worden. Zuletzt Ende Juni 2014 vom Regionalgericht Bern-Mittelland, bis in den Mai 2017. Das Obergericht bestätigte zwar dieses Urteil. Das Bundesgericht annullierte dieses aber dreimal wegen formeller Fehler. So kam es am Mittwoch zur Neubeurteilung, ob die stationäre Massnahme der letzten drei Jahre rechtens war.

Restrisiko vorhanden

Das Obergericht wies die Beschwerde des heute 56-jährigen Mannes ab und bestätigte die vor fast drei Jahren angeordnete Verlängerung der Massnahme. Es ­gebe zwar Fortschritte bei der Therapie, sagte der Gerichtspräsident.

Nach wie vor bestehe jedoch ein Rückfallrisiko für Sexualdelikte, so die «überzeugenden Aussagen» der Experten. Eine bedingte Entlassung komme nicht infrage, der Mann wäre damit überfordert. Die Verteidigung wird das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen.

Vor dem Regionalgericht ging es am Nachmittag in gleicher Sache weiter: um eine weitere Verlängerung der stationären Massnahme bis Ende 2017. Laut Staatsanwalt befindet sich der Mann auf der Zielgerade, auf der er auf die bedingte Entlassung vorbereitet werden muss. Ob die Massnahme verlängert wird, gibt das Gericht heute Donnerstag bekannt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch