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OVS-Flächen bleiben nicht lange leer

Die bunte Wand vor dem leeren Oviesse-Lokal im Könizer Bläuackerzentrum soll nicht lange stehen bleiben: Die Migros hat einen Nachmieter an der ­Angel.

Vom Debakel ist nichts mehr zu sehen: Hinter dieser Wand geschäftete im Könizer Bläuackerzentrum die italienische Modekette OVS.
Vom Debakel ist nichts mehr zu sehen: Hinter dieser Wand geschäftete im Könizer Bläuackerzentrum die italienische Modekette OVS.
Beat Mathys

Die Wand mit dem bunten, blumenartigen Muster wirkt fröhlich. «Hier entsteht ein attraktives Einkaufserlebnis für Sie», steht auf einem grossen, genauso farbigen Punkt. Wer nicht weiss, wer hier bis vor kurzem geschäftete, ahnt nichts von Debakel, das von der provisorischen Kons­truktion verdeckt wird. Bis vor kurzem prangten hier nämlich die drei Buchstaben OVS – genau: Die letzten 220 Quadratmeter Ladenfläche im ersten Stock des Zentrums Bläuacker in Köniz waren das Reich der italienischen Modekette Oviesse.

Bis zum bitteren Ende, das in Köniz bereits Anfang Monat eingetreten ist. Am letzten Samstag wurde es mit der Schliessung der allerletzten Läden auch gesamtschweizerisch besiegelt.

Nur an drei Standorten

Betroffen als Vermieterin ist die Migros, die im Glasbau am Bläuackerplatz einen eigenen, gut gehenden Supermarkt betreibt und diesen mit ein paar eingemieteten Läden ergänzt. Zur bunten Palette gehörten auch die Italiener, die Ende 2016 das Erbe des schlingernden Charles-Vögele-Konzerns angetreten hatten. Viel ist schon geschrieben worden, seit Oviesse Ende Mai den kurzfristigen Rückzug aus der Schweiz bekannt geben musste. Der hiesige Ableger des Unternehmens stand vor dem Konkurs.

In die Schlagzeilen gerieten in diesem Zusammenhang auch Migros und Coop, die in vielen ihrer Zentren Oviesse zur Miete hatten. Die Grossverteiler stünden nun vor der schwierigen Aufgabe, Nachfolger für die Flächen zu finden, prophezeiten die Medien bereits. Sie taten dies mit Blick darauf, dass Onlinefirmen den fixen Geschäften mit ihren fixen Öffnungszeiten mehr und mehr das Wasser abgraben. Von einer Krise im stationären Handel ist mittlerweile die Rede – doch Andrea Bauer winkt ab: «Für die Migros Aare», sagt die Firmensprecherin, «hat das Oviesse-Aus keine gravierenden Folgen.»

Das hängt damit zusammen, dass im Gebiet der Genossenschaft neben Köniz nur zwei weitere Einkaufszentren in Thun und im solothurnischen Egerkingen betroffen sind. Vor allem aber streicht Andrea Bauer heraus, dass an allen drei Orten Nachfolger entweder schon angefangen haben oder zumindest am Start stehen. In Egerkingen hat mit Chicorée eine weitere Kleiderkette auf der Oviesse-Fläche neu aufgemacht, in Thun sind «Gespräche mit potenziellen Nachmietern im Gang».

Klar ist die Situation in Köniz: «Am 1. September fängt ein neuer Mieter an», kündigt die Sprecherin an. Mehr verrät sie im Moment noch nicht.

In steter Veränderung

«Aus Kundenoptik ist es immer schade, wenn ein vertrautes Angebot verloren geht», fügt Andrea Bauer am Ende noch an. Gleichzeitig gibt sie aber zu bedenken, dass der Detailhandel kein statisches Geschäft ist. Einkaufszen­tren seien andauernden Veränderungen unterworfen. Daher seien Leerstände ja auch nicht einfach schlecht. «Jeder Abgang gibt uns Spielraum, uns den aktuellen Trends anzupassen.»

Im aktuellen Umfeld könne es durchaus sein, dass auf eine Modekette nicht mehr eine Modekette folge. Vielleicht sei es sogar angezeigt, eine Fläche auf zwei Nachmieter aufzuteilen. «Wichtig ist einfach, dass wir den Kunden weiterhin einen guten Ladenmix bieten.»

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