Ostermundigen weibelt fürs Hochhaus

Der Gemeinderat von Ostermundigen macht sich stark fürs Bären-Hochhaus. Fast vollzählig trat er am Dienstag vor die Medien, um für ein Ja an der Abstimmung vom 29. November zu werben.

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In gut vier Wochen fällt der Vorentscheid. Dann wird klar, ob das geplante Hochhaus in Ostermundigen mehrheitsfähig ist. Erstmals können sich am 29. November die Stimmberechtigten dazu äussern. Abgestimmt wird über die Zonenplanänderungen und die Überbauungsordnung fürs Bären-Areal.

Dem Gemeinderat ist die Abstimmung wichtig. So wichtig, dass er in corpore vor die Medien treten wollte, um dem Projekt Schub zu verleihen. Einen Wermutstropfen gab es aber: Nur sechs Ratsmitglieder standen am Dienstagnachmittag vor dem Bahnhof, Aliki Panaydes (SVP) hatte sich kurzfristig abgemeldet. Dennoch mutmasste Gemeindepräsident Tomas Iten (parteilos), es sei wohl das erste Mal, dass der Gesamtgemeinderat vor die Medien trete. Denn für Ostermundigen sei es «zentral», was am 29. November entschieden werde.

«Leuchtturm» sei «Chance»

Wie schon oft sprach Iten von einem «Leuchtturmprojekt für Ostermundigen und die Region Bern». Seit 20 Jahren gebe es Anläufe, die Situation rund um den Bahnhof zu verbessern. «Erstmals bietet sich jetzt die Gelegenheit, Bewegung hineinzubringen.» Diese betrifft zwar nicht das Bahnhofgebiet selbst, aber von dort bietet sich ein guter Blick auf das Areal mit dem Bären.

In rund vier Jahren soll dort statt des Gasthofs ein 100 Meter hohes Gebäude stehen – fast so hoch wie das Berner Münster. Daneben sind weitere, weniger hohe Bauten geplant.

250 neue Arbeitsplätze

Die versammelten Gemeinderäte sprachen von den «einmaligen Chancen», welche die Überbauung bringe. Erich Blaser (SVP) wies auf die 250 Arbeitsplätze hin, die in Läden, Restaurants und eventuell in einem Hotel entstehen könnten. Und erwähnte die Mehrwertabschöpfung von 4,6 Millionen Franken, die in die Gemeindekasse fliessen würden.

Der fürs Soziale zuständige Synes Ernst (CVP) sagte, die Bären-Überbauung mit Wohnungen im hohem Preissegment bringe einen Imagewandel. Denn heute lebten viele Ostermundiger in billigen Wohnungen, das bringe soziale Probleme mit sich.

Energie, Saal, Verkehr

Zum Energiebereich äusserte sich Ursula Lüthy (Grüne). Es würden Vorgaben gemacht, damit ein grosser Teil des Stroms und der Wärme der neuen Überbauung durch erneuerbare Energieträger erfolge. Dem Projekt komme eine «wichtige kulturelle Zentrumsfunktion» zu, sagte Henrik Schoop (FDP). Der Gemeinderat prüfe, ob ein Vereinslokal als Ersatz des Tell-Saals realisiert werden könne.

Die Verkehrssituation beleuchtete Andreas Thomann (SP). Das Areal sei mit Bus und Bahn «optimal erschlossen». Zudem sei der Gemeinderat überzeugt, dass nach dem Bau des Hochhauses die Entwicklung rund um das Bären-Areal weitergehen werde.

Berner Zeitung

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