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Ortsplanung wie bei den Grossen

Jetzt darf auch in der kleinen Bernischen Exklave Clavaleyres wieder gebaut werden. Fünf Jahre dauerten die Arbeiten an der ersten Ortsplanung.

In der bernischen Exklave Clavaleyres wurde seit 1995 kein Neubau mehr erstellt.
In der bernischen Exklave Clavaleyres wurde seit 1995 kein Neubau mehr erstellt.
Iris Andermatt

Auf den Tag genau fünf Jahre dauerte die Ortsplanung der Gemeinde Clavaleyres. Wohlverstanden: Die Ortsplanung nicht etwa die Revision derselbigen. Denn 1987 dispensierte der Kanton Clavaleyres davon, eine Ortsplanung durchzuführen. So lag das Gemeindegebiet stets in der Landwirtschaftszone. Bauzonen gab es keine. Der letzte Neubau wurde 1995 erstellt: Ein Wohnstock, der zu einem Bauernhof gehört.

Um das Dorf baulich zu entwickeln, wurden 2007 erste Abklärungen für eine Ortsplanung vorgenommen. Am 23. Mai 2008 bewilligte die Gemeindeversammlung 15000 Franken für dieses Werk. Donnerstagabend genehmigte die Gemeindeversammlung nun die Ortsplanung ohne Diskussionen und einstimmig. 15 der 39 Stimmberechtigten (38,5 Prozent) waren anwesend.

Der bewillligte Kredit wird nicht ausreichen. Die Kosten werden rund 20'000 Franken betragen. Die Ortsplanung ist behandelt worden wie diejenigen einer grossen Agglomerations-Gemeinde. 15 verschiedene Instanzen nahmen sie unter die Lupe, oder umgerechnet eine für jedes der 15 Hauptgebäude in Clavaleyres. So viel Aufmerksamkeit hat die Kleinstgemeinde selten. Nach der ersten Vorprüfung verlangte das Amt für Gemeinden und Raumordnung noch ein Landschaftsinventar. Die Ortsplanung verzögerte sich.

Die Exklave hat einiges zu bieten. Das zeigen der Zonenplan und das Landschafstinventar. Mehrere Gebäude gelten als erhaltenswert, wie beispielsweise der über 150 Jahre alte Friedhof. Das Ofenhaus im Oberen Hubel ist sogar schützenswert. Hier gibt es auch eine archäologische Schutzzone. Historische Verkehrswege führen durch die Gemeinde. Als landschaftlich wertvoll inventarisiert sind Hecken, Obstgärten, Aussichtspunkte oder Einzelbäume. Und: Im Obere Hubel gibt es einen kleinen Rebberg. Damit hat Clavaleyres eine Rebbauzone. Mit diesem grossen Inventar kann es die kleine Exklave locker mit einer grossen Gemeinde aufnehmen.

Jetzt hat Clavaleyres also einen Zonenplan und ein Baureglement. In der Dorfkernzone darf nun gebaut werden. Neben Wohnungen sind auch Büros und leichtes Gewerbe erlaubt. Aber die Gebäude müssen ins Dorfbild passen. Dafür sorgt das Baureglement, wo wichtige Sachen wie Gebäudeausrichtung, Fassaden oder Dachformen klar beschrieben sind.

Ein Bauboom ist im Bauerndorf nicht zu erwarten. Die sechs bebaubaren Parzellen in der Dorfkernzone messen 4600 Quadratmeter. Damit hat die Gemeinde das maximale Kontingent an Bauland von 5000 Quadratmetern nicht ausgeschöpft. Aber würden schon nur zwei neue Wohnhäuser gestellt, würde die Bevölkerungszahl fast explodieren. Bei einer Einwohnerzahl von aktuell 52 wäre das Wachstum rasch im zweistelligen Prozentbereich.

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