Openair im Schlatt – das «etwas andere» Kino

Gasel

Am Openair-Kino im Schlatt bei Gasel herrscht jedes Jahr eine spezielle Atmosphäre vor. Seit 16 Jahren sorgt ein Verein für die Durchführung des Anlasses und trotzt allen Schwierigkeiten mit Erfolg.

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Vereinzelte Häuser, eine Kapelle und Waldstücke, die sich mit weiten Wiesen abwechseln. Eigentlich ist im Schlatt bei Gasel nicht viel los. Die Natur hat hier die Oberhand. Einmal im Jahr aber bevölkert ein Menschenauflauf die Wiese im ländlichen Könizer-Weiler. Dann findet jeweils das Openair-Kino Schlatt statt. Heuer flimmern die Filme bereits zum 16. Mal über die Leinwand.

Vom 24. bis zum 27. August findet der Event statt. Der Eintritt ist frei, es wird eine Kollekte erhoben. Zahlreiche Helfer sind im Einsatz - sie sorgen für einen reibungslosen Ablauf, helfen im Festzelt, wo kulinarische Angebote die Stillung des Hungers vornehmen oder weisen den Anreisenden Parkplätze zu. Seit 2001 organisiert der Verein «Openair-Kino Schlatt» den Anlass, der seither in jedem Jahr, allen Witterungskapriolen und Finanzierungsproblemen zum Trotz, über die Bühne gehen konnte.

«Der Hang ist ideal»

Wie kommt man auf die Idee, ein Openair-Kino an einem solch abgeschiedenen Ort durchzuführen? Ursprünglich war ein einmaliger Filmabend der Jugendgruppe der evangelisch-methodistischen Kirche unter freiem Himmel im Schlatt geplant.. «Das stiess auf grossen Anklang und wurde demnach fortgeführt», erklärt Niklaus Günter, der seit vier Jahren im sechsköpfigen OK mitwirkt. 2003 wurde ein von der Kirche unabhängiger Verein gegründet, der sich das Ziel setzte, den Anlass zu organisieren. Von da an zog es immer mehr Menschen in den Schlatt.

«Der Hang ist ideal, man muss keine Tribüne aufstellen», beschreibt Günter einen der Vorteile. Zudem sei das umliegende Land als Parkplatz nutzbar, eine ÖV-Haltestelle befinde sich direkt vor Ort und die Nutzung des Landes sei finanziell verkraftbar. Günter fügt an: «Aufgrund der geringen Menge an Streulicht ist es sehr dunkel und die Menschen können den Sternenhimmel bestaunen». Die Gemeinde Köniz habe speziell einen Schalter installieren lassen, damit die gegenüberliegende Strassenlampe während der Filmvorführung ausser Betrieb genommen werden könne.

«Wir waren nahe dran aufzugeben»

Nicht immer gestaltete sich die Organisation aber leicht und locker – man musste auch Tiefschläge einstecken. Wie beispielsweise im vorletzten Jahr, als die Einnahmen an einem witterungstechnisch schlechten Wochenende den Fixkostenaufwand von etwa 15‘000 Franken nicht mal annähernd deckten. «Wir waren nahe dran aufzugeben», erinnert sich Günter. Dank der jedes Jahr durchgeführten Kollekte und grosszügigen Spenden konnte ein finanzielles Debakel abgewendet werden. Und viel wichtiger: «Wir merkten, dass die Leute das Openair Kino weiter wollen».

Im letzten Jahr waren die Wettergötter dem Organisationskomitee wieder wohlgesonnen und bescherten ihnen einen sehr erfolgreichen Anlass. 480 Leute spülte es beispielsweise am Freitagabend in den Schlatt, wo mit «Schellenursli» ein Klassiker auf die Leinwand projiziert wurde.

In den letzten 16 Jahren hat sich aber auch einiges verändert. «Die Technik ist heute viel besser», meint Günter und erklärt, dass dank besseren Beamern früher angefangen werden könne. Auch das Menü und das Programm wurden immer wieder angepasst. Ob sie grösser werden wollen? «In diesem Rahmen ist es ideal», verneint Günter und drückt seinen Wunsch aus, dass er gerne ein 20. Jubiläum erleben wolle. Mit dem bewährten Konzept, dem konsequenten Durchhaltewillen des OK und finanzieller Unterstützung von lokalen Sponsoren und zufriedenen Kinobesuchern scheint dieses Vorhaben auf jeden Fall machbar.

Weitere Infos gibts hier: www.openairkinoschlatt.ch

Berner Zeitung

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