Ohne Gerzensee soll die Fusion klappen

Kirchdorf, Gelterfingen, Noflen und Mühledorf wollen fusionieren. Nach dem Scheitern des Projekts Kleeblatt ist es der zweite Versuch.

Nach dem Wegfall von Gerzensee ist Kirchdorf (im Vordergrund) mit 921 Einwohnern die grösste Gemeinde, die sich am Fusionsprojekt beteiligt.

Nach dem Wegfall von Gerzensee ist Kirchdorf (im Vordergrund) mit 921 Einwohnern die grösste Gemeinde, die sich am Fusionsprojekt beteiligt.

(Bild: Andreas Blatter)

Johannes Reichen

Es hatte sich abgezeichnet: Die vier Gemeinden Kirchdorf, Noflen, Gelterfingen und Mühledorf unternehmen einen neuen Versuch für einen Zusammenschluss. Diese Konstellation ist das Resultat des gescheiterten Fusionsprojekts Kleeblatt. Vor einem Jahr wollten sich die vier Gemeinden mit einer fünften zusammentun. Die Gemeindeversammlung von Gerzensee lehnte die Fusion aber klar ab.

Das deutliche Resultat hinterliess in den Dörfern zwischen dem Aare- und dem Gürbetal zunächst Ratlosigkeit. «Wir müssen das Resultat erst noch setzen lassen», sagte etwa Kirchdorfs Gemeindepräsident Paul Messerli. Nach ein paar Monaten aber setzten sich Vertreter der Ja-Gemeinden zusammen und diskutierten über eine Viererfusion. «Ich bin klar der Meinung, dass wir eine solche Variante unbedingt prüfen müssen», sagte beispielsweise Gelterfingens Präsident Daniel Hublard.

Kirchdorfer ist Projektleiter

So sehen das jetzt alle Gemeindevertreter. In fünf Wochen befinden deshalb die Stimmbürger an den Gemeindeversammlungen über einen Fusionsabklärungsvertrag und einen Kredit. Es ist noch nicht geklärt, in welchem Umfang sich der Kanton an den Kosten beteiligt. Sicher ist jedoch, dass die einzelnen Gemeinden jeweils ein paar Tausend Franken an die Abklärungen zahlen müssen.

Die Gemeinden haben eine zwölfköpfige Projektleitung eingesetzt. Dort sind sie jeweils mit dem Gemeindepräsidenten, einem weiteren Gemeinderat sowie einer Person aus der Verwaltung vertreten. Der Präsident heisst Franz Müller aus Kirchdorf. Müller ist Gemeinderat und Mitglied des Forums Kirchdorf. «Ich freue mich, diese Aufgabe zu übernehmen», sagt er.

Der Projektleiter ist überzeugt, dass die Fusion der «logische» Schritt sei, weil die Zusammenarbeit schon heute in vielen Bereichen eng sei. «Wir haben das Gefühl, dass ein Zusammenschluss in diesem Perimeter ähnliche Vorteile bringt wie das Projekt Kleeblatt.» Nun beginne die Arbeit aber wieder von vorne.

Besonders die drei kleinen Gemeinden stossen alleine immer mehr an ihre Grenzen. Die Schule und andere Bereiche würden teurer, sagt Noflens Gemeindepräsident Fritz Dähler. «Wir müssen etwas unternehmen.» Er hofft, dass es die Dorfbevölkerung auch so sieht.

Entscheide an Urne

Falls die Gemeinden dem Abklärungsvertrag zustimmen, soll bis nächsten Mai ein Grundlagenbericht erarbeitet werden. Dieser geht anschliessend in die Mitwirkung, damit im Herbst 2016 die Grundsatzabstimmung durchgeführt werden kann.

Die definitive Abstimmung soll 2017 stattfinden. Wird auch diese Hürde genommen, wird die Fusion auf Anfang 2018 Tatsache. Anders als beim Kleeblatt-Projekt sollen die wichtigen Entscheide nicht an der Gemeindeversammlung, sondern an der Urne gefällt werden.

Berner Zeitung

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