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«Nur knapp drei Prozent der Kunden bestellen ein Taxi via App»

Drei Stadträte fordern eine Taxi-App. Nur: Solche Apps gibt es bereits – und sie werden kaum genutzt.

Taxi per App bestellen: Das ist bei Nova Taxi seit sechs Jahren möglich, wird aber kaum genutzt.
Taxi per App bestellen: Das ist bei Nova Taxi seit sechs Jahren möglich, wird aber kaum genutzt.
Adrian Moser

Ein Uber-Taxi bestellen ist simpel: App auf dem Smartphone öffnen, Start und Ziel eingeben. Und schon sieht man, wo das Fahrzeug derzeit unterwegs ist und wie lange es noch dauert, bis der Fahrer am gewünschten Abfahrtsort ankommt. Auch der Fahrpreis ist bereits ersichtlich.

Uber ist in Bern nicht verfügbar. Und das dürfte auch so bleiben. Dafür gibt es schier unzählige reguläre Taxis. Nun möchten drei Stadträte mehr Transparenz im Taximarkt schaffen – mit einer Berner Taxi-App quasi analog jener von Uber. Über das Postulat von Dannie Jost (FDP), Matthias Stürmer (EVP) und Michael Burkard (GFL) aus der Kommission für Finanzen, Sicherheit und Umwelt wird am Donnerstag im Stadtrat debattiert.

Nova Taxi mit eigener App

Die Vorteile einer Berner Taxi-App liegen für die drei Stadträte auf der Hand: Die Kunden könnten ein Taxi auswählen, und die Fahrerinnen und Fahrer könnten sich nicht nur bezüglich des Preises, sondern auch in Bezug auf qualitative Alleinstellungsmerkmale wie besondere Sprachkenntnisse, positive Kundenbewertungen oder besonders ökologische Fahrzeuge von anderen Anbietern unterscheiden. So weit die Theorie.

In der Praxis gibt es bereits Taxi-Apps. Die Nova Taxi AG betreibt zum Beispiel seit 2012 eine eigene App. «Die Schweizer – und damit auch die Berner – bestellen aber kaum ein Taxi via App. Bei uns sind es nur rund drei Prozent aller Bestellungen», sagt Markus Kunz, Geschäftsleiter der Nova Taxi AG. Sein Unternehmen macht ausserdem als einziger grosser Berner Taxianbieter bei der Taxi-App Go! mit. Dabei handelt es sich um ein Angebot vom Schweizerischen Nutzfahrzeugverband Astag und von Taxisuisse, der Fachgruppe Taxi der Astag.

App von Bern Tourismus?

Die Postulanten wünschen sich, dass der Gemeinderat beispielsweise Bern Tourismus im Leistungsauftrag ermuntert, zusammen mit dem Berner Taxigewerbe und gegebenenfalls weiteren interessierten Kreisen, wie etwa Taxisuisse, eine Taxi-App für Bern zu entwickeln.

In seiner Antwort auf das Postulat schreibt der Gemeinderat, dass er vor dem Hintergrund der bestehenden Angebote der Auffassung ist, dass darauf verzichtet werden könne, Bern Tourismus zur Entwicklung einer App im Taxibereich zu ermuntern.

Das sieht auch Markus Kunz von Nova Taxi so. Die Idee einer Berner Taxi-App findet er zwar grundsätzlich gut, «aber sie müsste nicht von Bern Tourismus, sondern wenn schon vom Taxigewerbe betrieben werden». Das sei aber wohl aussichtslos, wenn man bedenke, dass die Taxiunternehmen in Bern sehr zersplittert seien.

Ungenaue Apps

Gar nichts von der Idee hält Gerhard Brunner, Geschäftsführer von Bären Taxi. «Es gibt so viele Taxi-Apps, dass man gar nicht weiss, über welche App man bestellen soll», sagt Brunner. Ausserdem würden nur sehr wenig Leute von den Apps Gebrauch machen. In Zürich seien es etwa ein Prozent aller Bestellungen.

Er sieht noch ein weiteres Problem: «In der Schweiz ist die Standortgenauigkeit schlecht.» Das Taxi werde an einen bestimmten Ort bestellt, finde aber den Kunden nicht. «Zu hundert Prozent funktioniert nur der persönliche telefonische Kontakt zwischen Taxizentrale und Kunden.» Solange das so sei, würden Apps nicht rentieren, meint Brunner.

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