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Nur die Lysser sind für ein Gymnasium in Lyss

Ist Lyss gross genug als Standort für ein Gymnasium? Das möchte Grossrat Michel Rudin vom Regierungsrat wissen.

Andrea Butorin/BT
Das Wachstum der Gemeinde Lyss in den letzten Jahren sei substanziell, findet GLP-Grossrat Michel Rudin.
Das Wachstum der Gemeinde Lyss in den letzten Jahren sei substanziell, findet GLP-Grossrat Michel Rudin.
zvg

Gymnasiastinnen und Gymnasiasten aus Lyss gehen in Biel, Bern oder Münchenbuchsee zur Schule, je nach persönlicher Präferenz. Würde es in Lyss und Umgebung nicht genügend Gymnasiasten geben, um ein Gymnasium zu betreiben? Das wollen der Lysser GLP-Grossrat Michel Rudin und zwei Parteikollegen in einer Interpellation vom Regierungsrat wissen. Das Wachstum der Gemeinde in den letzten Jahren sei substanziell, findet Rudin, und der Bauboom halte an. Innerhalb des Kantons stünden die Gemeinden miteinander im Wettbewerb. «Ein Gymnasium wäre ein Standortvorteil.»

«Ich finde die Idee gut», sagt der Lysser Gemeinderat Stefan Nobs (FDP). Ein Gymnasium würde den Bildungsstandort attraktiver machen. Vergleichbare Gemeinden wie Burgdorf (16'200 Einwohner), Langenthal (15'600 ) und Münchenbuchsee (knapp 10'000) hätten alle ein Gymnasium. «Deshalb ist der Ansatz durchaus prüfenswert.»

Zusammenarbeit möglich

Diese Idee taucht laut Nobs zum ersten Mal auf dem politischen Tapet auf. Lyss habe sich ja auch erst in den letzten zehn bis zwanzig Jahren zu einem Regionalzentrum entwickelt. Die Voraussetzungen seien gut: «Wir würden sicher einen geeigneten Standort finden.» Etwa in der Administration könnte mit dem Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) zusammengearbeitet werden. Dem stimmt BWZ-Rektor Bernhard Beutler zu. Er kann sich zudem Synergien bei Sportanlagen, Mensa, PC-Räumen und insbesondere Lehrern vorstellen. «Bei uns unterrichten diverse Gymnasiallehrer.»

Region zurückhaltend

Rechnet man mit vier Jahrgängen, könnten rund 120 Lysser Schüler ein Gymnasium in Lyss besuchen. Es stellt sich die Frage, wie gross das Einzugsgebiet wäre. Nobs: «Aufgrund der Zugverbindungen kämen Orte von Kallnach bis Leuzigen und Büren und von Studen bis Schüpfen infrage.»

Aus der Oberstufe Aarberg gehen laut Schulleiter Martin Heiniger jährlich rund 24 Schüler ans Gymnasium. Für ihn wäre ein Standort Lyss «zu früh und nicht nötig», da Biel soeben ergänzt und renoviert worden ist. Dieser Meinung ist auch Verena Remund (BDP), Gemeinderätin in Seedorf. «Die Jugendlichen geniessen es, nach dem ersten Schritt in die Sek Aarberg einen weiteren Schritt in die umliegenden Städte zu machen.»

Die Aarberger Gemeinderätin Rosmarie Steffen (SP) findet, man solle eher die Berufsbildung fördern. Skeptisch ist auch Leonhard Cadetg, Rektor des Gymnasiums Biel-Seeland. «Die Politik hat sich für weniger, aber grössere Gymnasien ausgesprochen.» Das Gymnasium Alpenstrasse in Biel sei vor allem aus finanziellen Gründen aufgehoben worden. Eine Schule in Lyss wäre klein und somit wesentlich teurer.

Rudin rechnet damit, dass der Vorstoss in drei Monaten beantwortet wird.

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