Noch kein Sommer für Ostermundigen

Ostermundigen

Die Gemeinde Ostermundigen erzielt einen Rekordüberschuss. Das Sparen geht jedoch weiter.

Gemeindepräsident Thomas Iten kann aufatmen.

Gemeindepräsident Thomas Iten kann aufatmen.

(Bild: Urs Baumann)

Die Ostermundiger Behörden wollen noch nicht vom Sommer sprechen. Dabei denkt der Gemeinderat allerdings nicht an das Wetter der vergangenen Tage, sondern an die Rechnung 2018. «Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer», unter diesem Motto präsentierte das Gremium gestern die Vorjahreszahlen. Die Schwalbe ist dabei ein Symbol für den unerwarteten Ertragsüberschuss.

Die vergangenen Jahre endeten für die Gemeinde meist mit einem Minus. Für 2018 war ebenfalls ein Defizit von 1,4 Millionen Franken budgetiert. Bei einem Gesamtaufwand von fast 97 Millionen konnte der Gemeinderat nun einen Überschuss von 10,1 Millionen präsentieren. Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos) ist dementsprechend erfreut: «Wir können durchatmen und haben wieder einen gewissen Handlungsspielraum.»

Schulden reduziert

In den vergangenen Jahren hatten die Mundiger vor allem eine Finanzstrategie: Sparen. So auch, als sie das Budget 2018 planten. Im Dezember 2017 lehnte das Parlament dieses ab, weil das budgetierte Minus von 2,1 Millionen den Volksvertretern zu hoch war. Ostermundigen startete daher ohne Budget ins Jahr 2018. Erst im Februar folgte eine überarbeitete Version, und die Gemeinde konnte ihre normalen Geschäfte weiterführen.

Der ausserordentliche Überschuss liegt aber nicht nur an den Sparanstrengungen der Gemeinde. Der zuständige Gemeinderat Erich Blaser (SVP) sieht den Hauptgrund im Vollzug der Pensionskassensanierung: «Über mehrere Jahre machte die Gemeinde Rückstellungen von 28 Millionen, um sich für die Sanierung abzusichern.» Diese sei nun deutlich günstiger vonstattengegangen. Über 10 Millionen liefen zurück in die Gemeindekasse. Auch in vielen anderen Bereichen konnte die Gemeinde von Mehreinnahmen profitieren. Dank diesen zahlten die Behörden ein 5-Millionen-Darlehen zurück. Insgesamt ist das Fremdkapital um über 30 Millionen gesunken.

Die aktuell sparsame Finanzstrategie behält die Gemeinde trotzdem bei. «Denn durch das rasante Bevölkerungswachstum stehen grössere Investitionen in den Bereichen Bildung und Verkehr an», erklärt Iten. Er sehe darin langfristig aber viele Vorteile: «In 10 bis 15 Jahren werden sich diese für Ostermundigen auszahlen.» Wie beim Bäre-Tower sei es das Ziel, die Verdichtung zu stärken und den Gemeindeertrag zu steigern.

Berner Zeitung

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