Ninjutsu – die Kampfkunst der Ninja

Bern

Der japanische Kampfsport Ninjutsu soll dazu verhelfen, dass man sich in heiklen Situationen zu verteidigen weiss. In Bern wird dieser Sport derzeit von 15 Athleten ausgeübt.

Kreuzen die asiatischen Klingen: Daniel Stucki (links) und Simon Kreis im Bujinkan Dojo Bern.

Kreuzen die asiatischen Klingen: Daniel Stucki (links) und Simon Kreis im Bujinkan Dojo Bern.

(Bild: Stefan Anderegg)

Annic Berset

Düster ist der Weg zum Dojo am Aareufer. Die schmale Treppe zum Trainingsraum ist nicht ganz ausgeleuchtet, einige finstere Gestalten sitzen auf dem Geländer und rauchen. Angst auf ihrem Weg ins Training haben Daniel Stucki und Simon Kreis aber überhaupt keine. «Dank dem Ninjutsu, welches wir hier im Bujinkan Dojo Bern trainieren, können wir heikle oder gefährliche Situationen besser einschätzen und sind vorbereitet», sagen die zwei.

Daniel Stucki und Simon Kreis über ihre Leidenschaft. Video: Annic Berset

Seit sechs beziehungsweise zehn Jahren betreiben sie die Kampfkunst der Ninja, die 900 Jahre nach Christus von China nach Japan gelangte. «Der bedeutendste Unterschied von unserer Kampfkunst zu den heute populären Kampfsportarten ist, dass es im Ninjutsu keine Wettkämpfe, keine Sieger und keine Verlierer gibt», erklärt der 27-jährige Simon Kreis. Ziel des Trainings sei es, die Schülerinnen und Schüler mit den nötigen Fähigkeiten auszustatten, damit sie am Ende jedes Tages sicher nach Hause kommen.

Griffe in die Augen

Das Training im Ninjutsu variiert von Mal zu Mal. Es werden Würfe, Hebel und Schläge trainiert, und das alles sowohl im Stehen als auch am Boden. Speziell bei diesen Methoden ist, dass wirkungsvolle Techniken wie Kneifen, Hebel auf die Finger, Griffe in die Augen oder Tritte zwischen die Beine nicht ausgeblendet werden.

Daniel Stucki sagt dazu: «Was in einem sportlichen Wettkampf aus Fairnessüberlegungen nicht erlaubt wäre, kann einem in einer Ernstsituation – besonders gegen einen überlegenen Gegner – das Leben retten.» Deshalb müssen die Übungen auch jeweils mit einem Trainingspartner statt­finden – alleine würden sie keinen Sinn ergeben.

Die Ausrüstung der Bujinkan-Athleten besteht aus dem traditionellen japanischen Gewand «Gi». Dazu tragen sie eine Art Finken, die «Tabi» genannt werden. Diese werden in Japan auch im Alltag von Handwerkern, Gärtnern und Bauarbeitern getragen.

Selbstbewusstsein stärken

Bujinkan Ninjutsu kam vor etwas über 30 Jahren nach Bern. Es wurde hier von Thomas König ins Leben gerufen. Heute trainieren rund 15 Männer und Frauen in Bern diese Kampfsportart.

Der Kampf selber spiele dabei aber gar nicht die wichtigste Rolle, erklärt Stucki. «Wir sehen in unserer Kampfkunst eine Chance für jeden, sich der eigenen Fähigkeiten und der eigenen Durchsetzungskraft bewusst zu werden.» Wenn dies gelinge, könne jemand nicht nur sich selbst schützen, sondern auch seine Mitmenschen.

Berner Zeitung

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