Neun Monate bis zur Geburt des Geburtshauses

Ostermundigen

Im Herbst sollen im Geburtshaus Luna die ersten Babys zur Welt kommen. Der Umbau des Bauernhauses läuft bereits. Bei der ­Finanzierung klaffen aber noch Lücken.

Sanierung und Umbau: Das ehemalige Bauernhaus im Oberdorf von Ostermundigen wird zu einem Geburtshaus.

Sanierung und Umbau: Das ehemalige Bauernhaus im Oberdorf von Ostermundigen wird zu einem Geburtshaus.

(Bild: hrh)

Im Oberdorf Ostermundigen ist ein Haus total eingerüstet, und das Dach wird neu gedeckt. Das ehemalige Bauernhaus wird saniert und umgebaut – zum Geburtshaus Luna. Die Arbeiten dauern noch so lange wie eine Schwangerschaft. In neun Monaten sollen dort die ersten Kinder geboren werden.

Platznot in Biel

Das Geburtshaus Luna besteht seit gut fünfzehn Jahren in Biel. Es ist mittlerweile das einzige Geburtshaus im Kanton Bern, nachdem das Geburtshaus in Oberburg geschlossen wurde. In Biel ist das Raumangebot aber zu knapp: «Wir platzen aus allen Nähten», sagt Geschäftsführerin Susanne Clauss. Wenn drei Wöchnerinnen aufs Mal die Zimmer belegten, werde es eng. Zudem ist die Küche zu klein, und das Büro befindet sich aus Platzgründen in einem Container.

Die Geburtshaus Luna AG hat deshalb in Ostermundigen das frühere Wegmüllerhaus gekauft. Nach einer Wartezeit, während der die Finanzierung aufgegleist werden musste, sind die Handwerker nun an der Arbeit. Im ehemaligen Ökonomieteil entstehen auf drei Etagen Gebär- und Familienzimmer, Kursräume und eine Cafeteria. Der Wohnteil wird sanft renoviert. Dort ist Platz für weitere Familienzimmer und Räume für die Administration.

In Ostermundigen soll in grösserem Rahmen weitergeführt werden, was in Biel gewachsen ist. Dort betreuten die Hebammen letztes Jahr 167 Frauen und ihre Familien. Pro Monat verzeichnet das Geburtshaus im Schnitt 15 Anmeldungen. «Unser Ziel für Ostermundigen sind 20 bis 25 Anmeldungen pro Monat», sagt Clauss.

Eigenes Hotellerieteam am neuen Standort

Am neuen Standort will die Leiterin ein eigenes Hotellerieteam aufbauen, das für Unterbringung und Verpflegung zuständig sein wird. Dieser Bereich müsse von der Geburtshilfe getrennt werden, so Clauss. Heute arbeiten 22 Mitarbeiterinnen bei Luna, alle in Teilzeit. Darunter sind vier, die nach der Schliessung der Geburtshilfeabteilung am Spital Riggisberg dazustiessen. Stark wachsen werde die Zahl der Mitarbeiterinnen in Ostermundigen nicht, sagt Susanne Clauss. Etwa drei, vier Angestellte würden das Team ergänzen.

Der Raum Bern ist laut Clauss ein guter Standort fürs Geburtshaus. Die Lage sei zentral und das Einzugsgebiet gross. Schon heute habe das Luna immer wieder Gebärende aus Bern und Umgebung. Mit dem Umzug verliert Biel sein Angebot. «Wir werden aber alles daransetzen, dass die Frauen aus dem Seeland nach Ostermundigen kommen.» Dort stehen zwar die Geburten im Zentrum. Darüber hinaus soll das Luna aber auch ein Haus für Ausbildung, Entwicklung und Forschung sein.

Umbau kostet 3,35 Millionen

Die Finanzierung des Mundiger Geburtshauses stand lange auf der Kippe. Das Gesamtbudget für den Umbau des Bauernhauses beträgt 3,35 Millionen Franken. «Der grösste Teil davon ist durch Eigenmittel gesichert», sagt Clauss. Für den Rest bestehen Darlehen, welche aber abgelöst werden sollen. Beiträge erwartet die Luna AG noch von der Denkmalpflege, von der Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) und durch Spenden. Ob die GEF aber mitzahlt und allenfalls wie viel, ist noch nicht bekannt.

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