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Manor lässt Einkäufe nach Hause liefern

Manor setzt in Bern auf einen Hauslieferdienst, der wie Uber funktioniert.

Am Donnerstag, den 25. April, öffnet Manor seine Türen in Bern offiziell.
Am Donnerstag, den 25. April, öffnet Manor seine Türen in Bern offiziell.
Franziska Rothenbühler
Vorab begrüssten Warenhausdirektorin Kathrin von Arx, Manor-CEO Jérôme Gilg sowie Benjamin Flückiger, Head of Business Development (v.r.), interessierte Medienleute.
Vorab begrüssten Warenhausdirektorin Kathrin von Arx, Manor-CEO Jérôme Gilg sowie Benjamin Flückiger, Head of Business Development (v.r.), interessierte Medienleute.
Franziska Rothenbühler
Papeterie- und Sportartikel werden in Bern keine angeboten.
Papeterie- und Sportartikel werden in Bern keine angeboten.
Franziska Rothenbühler
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Am Donnerstag eröffnet Manor nach langer Suche in der Stadt Bern ein Warenhaus. Manor bietet den Kunden einen neuen Service an: Sie können sich ihre Einkäufe innerhalb von einer Stunde durch das Start-up Annanow nach Hause oder an einen Ort ihrer Wahl liefern lassen. «Diese Kooperation haben wir bereits bei Jumbo angeboten, meinem früheren Arbeitgeber», erklärt Manor-Chef Jérôme Gilg.

Kein Mindestbestellwert

Einen Mindestbestellwert gibt es bei Annanow-Lieferungen nicht. Manor bezahlt den Inhabern der Kundenkarte die Hälfte der Lieferkosten. Sie liegen bei 10 Franken für eine Distanz von zwei Kilometern und bei 15 Franken für drei Kilometer. Jeder weitere Kilometer kostet 2.50 Franken. Die Waren werden von regionalen Taxis, Velokurieren oder von Privaten geliefert.

Wie funktioniert das Ganze? Das Geschäftsmodell des Schweizer Start-ups basiert auf den gleichen Prinzipien wie der Fahrdienst Uber oder der Wohnungsvermittler Airbnb. All diese Unternehmen nutzen ihre Technologie zur Vernetzung über Internetplattformen.

Annanow, Uber und Airbnb haben weder Fahrzeuge oder Gebäude noch Lager- und Verkaufsräume. Ihr Kapital sind die Informationen und Transaktionen. Bestellt nun ein Manor-Kunde online oder per Telefon zum Beispiel ein Kleidungsstück und wünscht eine rasche Lieferung, so veröffentlicht dieser den Auftrag über die App an die angeschlossenen Kuriere: Wer den Auftrag will, sichert sich diesen über die App.

Der 43-jährige Co-Gründer Daniel Gardenegger betont: «Dank dem Sharing-Prinzip von Annanow erhalten das Gewerbe und der Detailhandel im Kampf um die Kunden gleich lange Spiesse wie Amazon und Alibaba. Damit sichern wir die Zukunft des lokalen Gewerbes und dessen Arbeitsplätze.»

Kein Fixlohn, aber versichert

Die Anbindung der Kuriere und die Versicherung der Produkte während des Transports übernimmt Annanow. Der Lohn der Kuriere hängt von der Lieferdistanz ab: 80 Prozent der Lieferkosten gehen an den Fahrer, der Rest an Annanow. Das System lohne sich vor allem für Taxifahrer, die während ihrer Leerzeiten Ware ausliefern und sich so noch etwas dazuverdienen wollen, sagt Gradenegger.

Wer für das Start-up arbeitet, ist angestellt und wird für jede abgeschlossene Lieferung entlöhnt. Wer älter als 18 Jahre ist und über eine Arbeitserlaubnis verfügt, kann sich bei dem Start-up anmelden. So kann jede Privatperson auf dem Heimweg ein Paket ausliefern. Die Zusammenarbeit ist mit Arbeitsverträgen geregelt. «Damit stellen wir sicher, dass jeder Kurier sozial- und unfallversichert ist», sagt Gradenegger.

Kritik von der Unia

Für Roman Künzler von der Gewerkschaft Unia sind die Arbeitsbedingungen bei Annanow trotzdem problematisch: «Die Fahrer arbeiten auf Abruf und haben kein garantiertes Einkommen. Zudem haben sie keinen existenzsichernden Lohn.» Er könne sich gut vorstellen, dass dieser von den Fahrern eingeklagt werde. Das Start-up wurde 2017 in Zug gegründet.

Zu den 5000 Kunden der Plattform zählen Detailhändler wie Jumbo, Qualipet, Migros oder Interdiscount sowie viele kleine Geschäfte.

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