Neues Gesicht für Busswiler Bahnhof

Lyss

Der Bahnhof Busswil ist seit Jahren ein Schandfleck. Nun soll er ein neues Gesicht erhalten, mit Wohnungen und Läden. Das Parlament befindet am 1. März über die Pläne.

Bahnhofareal: Das Denner-Gebäude weicht einem Neubau.

Bahnhofareal: Das Denner-Gebäude weicht einem Neubau.

(Bild: Stefan Anderegg)

Simone Lippuner

«Wir können nur gewinnen», sagt Rolf Christen (BDP). Der Lysser Gemeinderat spricht damit ein Traktandum der nächsten Parlamentssitzung und gleichzeitig eine Herzensangelegenheit an: das Facelifting des Bahnhofs Busswil. Das Areal soll freundlicher und lebendiger werden. Dies primär dadurch, dass der ehemalige Lagerschuppen im östlichen Bereich, in dem sich der Denner befindet, abgerissen wird. Er soll durch einen Neubau mit Wohnungen, Geschäften und Gastronomie ersetzt werden.

Neue Zone vorgesehen

Das unattraktive Areal ist vielen ein Dorn im Auge und das Geschäft schon länger pendent. «Ich habe mich bereits 2009 als Busswiler Gemeindepräsident damit befasst», sagt Christen. Damals wollte die Eigentümerin des Schuppens die Liegenschaft besser nutzen. Der Lysser Gemeinderat verabschiedete 2012 ein Entwicklungskonzept, demnach soll die heutige Arbeitszone beidseits der Bahn in eine Wohn- und Gewerbezone umgezont werden. Das Parlament befindet an seiner nächsten Sitzung über die Änderung von Baureglement und Zonenplan.

Rolf Christen erwartet keinen Widerstand. «Vor allem die Busswiler werden sich über die Umgestaltung freuen», sagt er. «Ein neues Zentrum am Bahnhof wird die Identität des Ortsteils Busswil stärken.» Die Aufwertung von Bahnhofplatz und südlichem Dorfeingang seien schon längst überfällig gewesen. Die Überbauungsordnung ist bereit. Sie kann nach dem Parlamentsentscheid in Kraft gesetzt werden, und die Eigentümer können das Baugesuch einreichen.

Besser für Behinderte

Parallel zu diesen Projektarbeiten laufen Gespräche mit den SBB. Denn seit Jahren herrscht Unmut über die miserable Situation für Behinderte am Busswiler Bahnhof: SP und Grüne reichten zum Thema Vorstösse ein und forderten einen provisorischen Treppenlift. Am 1. März behandelt das Parlament eine Motion, die der Gemeinderat ablehnt.

«Lange lenkten die SBB punkto Behindertengerechtigkeit nicht ein, Busswil stand nicht zuoberst auf der Prioritätenliste», so Christen. Doch nun könne man zwei Fliegen auf einen Streich schlagen: «Dass auf dem Areal ein Bauprojekt im Gange ist, wird die Zusammenarbeit für die SBB attraktiver machen.» So könnten nämlich beim Bau eines behindertengerechten Zugangs zur Bahn Synergien genutzt werden. Erste Gespräche hätten bereits stattgefunden.

Berner Zeitung

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