Impulse für Berner Musikszene

Bern

Ein fälliger Schritt: Die Berner Pop- und Rockszene spannt zusammen – und schielt dabei nach Basel. Bei den Behörden stösst die Initiative auf offene Ohren.

Berner Musiker sollen vom neuen Verein profitieren. Im Bild die Berner Band Troubas Kater.

Berner Musiker sollen vom neuen Verein profitieren. Im Bild die Berner Band Troubas Kater.

(Bild: zvg)

Oliver Meier@mei_oliver

MFB – Mineralien- und Fossilienfreunde Bern? Knapp daneben. Den Verein gibt es zwar auch. Doch geht es nach den Exponenten der Musikszene, soll man MFB künftig mit etwas anderem assoziieren: Musikförderung Bern heisst der am Donnerstag gegründete Verein, der die Szene besser vernetzen soll. «

Viele Musizierende im Raum Bern können jetzt aufatmen», melden die Initianten forsch. Die Rede ist von Coaching, von Support bei der Infrastruktur, von Vernetzung der Akteure, aber auch von «finanzieller Projektunterstützung». Zudem will man «politische Lobbyarbeit» für die Bereiche Pop, Rock, Hip-Hop und Elektromusik leisten. Im achtköpfigen Vorstand sitzen vor allem Vertreter der Alternativszene. Als Präsident amtet Yannick Dudli (Agentur Stagency, Rössli Bar).

Vorbild Rockförderverein

Noch wirkt die Vereinswebsite Musikforderung.be etwas improvisiert, und wie glücklich der ­bürokratisch-offiziöse Name gewählt ist, darüber lässt sich streiten. Die Initiative indes erscheint als fälliger Schritt. Fast alle Musikbereiche sind in Bern besser organisiert: die Jazzszene etwa, oder die zeitgenössische E-Musik (IGNM Bern). Das spiegelt sich in der Kulturförderung: Von den 400 000 Franken, die der Musikkommission zur Verfügung standen, floss in den letzten Jahren jeweils bloss ein Drittel in den Pop-/Rockbereich.

Als Vorbild dient den Initianten der Rockförderverein Basel, der von der öffentlichen Hand faktisch die Pop-/Rock-Förderung übernommen hat und über ein Budget von 660 000 Franken verfügt. Davon können die Berner vorerst nur träumen. Der MFB will seine Möglichkeiten schrittweise erweitern – über Subventionen, Mitgliederbeiträge, Gönner und Sponsoren.

Eine Chance für den MFB dürfte sein, dass das Budget der städtischen Musikkommission in­zwischen auf 700 000 Franken erhöht worden ist. Versprechen will Peter Schranz, stellvertretender Leiter der Kulturabteilung, aber nichts. «Zuerst muss der Verein Konzeptarbeit leisten und sich profilieren.» Die Stadt begrüsse die Initiative aber sehr, betont Schranz. Am 3. September lädt der MFB zu einem «offenen Austausch» in den Progr.

Berner Zeitung

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