Neuer GP-Streckenrekord von Geoffrey Kamworor

Bern

Geoffrey Kamworor gewinnt am Samstag den Grand Prix und stellt gar einen neuen Streckenrekord auf. Mit 44:58 Minuten unterbietet er die bisherige Bestzeit um mehr als eine Minute.

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15 Jahre alt war er gewesen, der alte Streckenrekord über die 10 Meilen am Grand Prix von Bern. Der Eriteer Zersenay Tadesse hatte ihn 2004 aufgestellt, in 46:04 Minuten. Seither waren mit Haile Gebrselassie (2013) und Kenenisa Bekele (2018) zwei Superstars der Szene in Bern gestartet, die Bestmarke unterbieten konnten sie aber auch nicht.

Bis Geoffrey Kamworor kam. Der 26-jährige Kenianer ist der Sportöffentlichkeit noch nicht so bekannt wie die beiden Äthiopier, gehört jedoch aktuell zu den Besten des Laufsports. Kamworor ist zweifacher Cross-Weltmeister (2015/17) holte 2015 an der WM Silber über 10000 m und gewann 2017 den New-York-Marathon. Bei seinem ersten Start in Bern distanzierte er die Konkurrenz, unter anderem den Schweizer Marathonspezialisten Tadesse Abraham von Beginn an. Und lief ein Rennen, das in die Geschichtsbücher des GP eingehen wird. Der

Kenianer zog sein Tempo durch, verblüffte mit schier unglaublichen Zeiten schon bei den Messungen während des Laufs. Unter 28 Minuten legte Kamworor die ersten 10 Kilometer zurück und erreichte nach 44:57 Minuten das Ziel. 1:07 Minuten unter dem Rekord von Zersenay Tadesse. «Dies könnte ein Rekord für die Ewigkeit sein. Ich hätte diese Zeit nicht für möglich gehalten», bewertete Markus Ryffel, selbst ehemaliger Spitzenläufer und beim GP für die Verpflichtung der Topathleten zuständig, die Leistung des Siegers.

Starker Wind

Zumal die Bedingungen nicht einfach waren. Die Temperaturen waren zwar für die Läufer im idealen Bereich, es blies jedoch ein starker Wind, der ihnen die Aufgabe erschwerte. Tadesse Abraham lief schliesslich als zweiter ins Ziel, in einer immer noch starken Zeit von knapp über 49 Minuten, aber mit mehr als vier Minuten Rückstand auf Kamworor. Dies zeigt auf, in welcher Dimension sich der Kenianer bewegte.

Bei den Frauen waren mit Martina Strähl und Maja Neuenschwander die beiden Besten des Vorjahrs nicht am Start. Das Rennen gewann die Äthiopierin Meseret Mezine in 57:42 Minuten. Den zweiten Platz belegte Nicole Egger (LV Langenthal), die in 57:59 eine persönliche Bestzeit lief. Auch auf Platz 3 lief mit Andrea Meier (LC Uster) eine Schweizerin.

Delia Sclabas gewinnt Altstadt-GP erneut

Delia Sclabas hat zum vierten Mal in Folge den Altstadt-GP gewonnen. Die 18-jährige Kirchbergerin wurde von Judith Wyder, der früheren Welt-und Europameisterin im Orientierungslauf, hart gefordert. Am Aargauerstalden griff Wyder gar an, Sclabas vermochte jedoch zu kontern und lief schliesslich in 15:57 Minuten als Siegerin ins Ziel. Wyder, die Ende 2018 aus dem Orientierungslauf-Nationalkader zurückgetreten ist, lief mit 19 Sekunden Rückstand als Zweite ins Ziel. Das Podest komplettierte die Oberländerin Christine Müller (LC Scharnachtal), die den dritten Platz belegte.

Bei den Männern hatte der Vorjahressieger Mekonen Tefera diesmal mit der Entscheidung nichts zu tun; er belegte nur den siebten Platz. Ein Zürcher schnappte den Bernern den Erfolg weg. Eric Rüttimann (LC Uster) lief als Erster ins Ziel, verausgabte sich bei seinem Effort aber derart, dass er sich unmittelbar nach der Ziellinie niederlegte und kurzzeitig betreut werden musste.

Rüttimann erholt sich rasch wieder und konnte an der Flower Ceremony, der ersten Siegerehrung kurz nach dem Rennen, normal teilnehmen. Auf dem zweiten Platz klassierte sich der Berner Luca Noti, der acht Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel kam. Den dritten Platz belegte der Triathlet Florin Salvisberg, der sich damit auf dem gleichen Rang wie im letzten Jahr klassierte. Für Salvisberg war es der dritte Podestplatz; 2013 war er auf Rang 2 gelaufen.

Reto Pfister

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