Neue Pläne für das Hochhaus

Ostermundigen

Die Verantwortlichen reagieren auf die Kritik: Das Hochhaus auf dem Bären-Areal soll schlanker und eleganter werden als bisher vorgesehen. Die Höhe bleibt aber gleich: 100 Meter.

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Es ist nur ein kleines Bild in einem Kundenmagazin. Und doch lassen sich einige Schlüsse daraus ziehen.

In ihrem jährlichen Magazin bietet die Halter AG einen Überblick über die Projekte, für deren Planung und Entwicklung sie verantwortlich ist. Unter anderem das Hochhaus auf dem Ostermundiger Bären-Areal. Zu den beschreibenden Worten wird eine Visualisierung gezeigt – und die ist markant anders als die bisher bekannte. Das geplante Haus ist zwar immer noch 100 Meter hoch, doch wirkt es weniger kantig und klobig als die im vergangenen November vorgestellte Variante.

Der 15 Etagen hohe Sockelbau ist nun weniger breit. Und zuoberst wird nicht mehr ein durchgehendes Attikageschoss auf den Turm gesetzt, sondern ein abgeschrägtes. «Ja, das Hochhaus wird anders daherkommen als auf den Plänen vom letzten November», bestätigt Thomas Lüthi, Projektleiter bei der Halter AG. Die im Magazin abgebildete Version sei aber bereits wieder überholt und werde deshalb auch nicht für den Abdruck in der Zeitung zur Verfügung gestellt. «Die Planung ist noch nicht abgeschlossen», so Lüthi. Etwas verbindlichere Pläne werde die Öffentlichkeit wohl nach den Sommerferien zu Gesicht bekommen.

Eine Volksabstimmung?

Dass Pläne überarbeitet würden, sei ganz normal, sagt Bernhard Marti. Er präsidiert die Bären Ostermundigen AG, die das Areal vor Baubeginn an die Halter AG abtreten wird. Halter-Projektleiter Lüthi sagt es differenzierter: Etliche der über 30 Eingaben, die während der öffentlichen Mitwirkung eingegangen seien, hätten ein schlankeres Hochhaus gefordert. «Diese Kritik haben wir verstanden», erklärt Lüthi. So plane man nun ein weniger kantiges Hochhaus.

Damit dürften auch die Chancen steigen, dass das Projekt beim Stimmvolk durchkommt. Grundsätzlich ist in Ostermundigen der Grosse Gemeinderat für die Umzonung des Bären-Areals und die Überbauungsordnung zuständig. Sagt er Ja, kann das Referendum dagegen ergriffen werden. 300 Unterschriften sind dafür nötig, was bei Projekten von dieser Tragweite eine überspringbare Hürde darstellt. Sollte es dann zu einer Volksabstimmung kommen, ist jeder Ausgang möglich. Das zeigte vorletztes Wochenende das Beispiel von Neuhausen am Rheinfall: Mit 1480 zu 1464 Stimmen – quasi einem Zufallsmehr – sagte das Volk Ja zu zwei Häusern von 56 und 74 Metern Höhe. Im Parlament hatte das Projekt zuvor eine deutliche Mehrheit gefunden.

2018 bezugsbereit?

Sobald die Pläne in Ostermundigen überarbeitet sind, gehen sie in die kantonale Vorprüfung. Das dürfte im Herbst der Fall sein. Voraussichtlich 2014 stehen dann die politischen Entscheide zu Umzonung und Überbauungsordnung an. 2015 soll das Baugesuch eingereicht werden; Einsprachen und Beschwerden könnten das Projekt allerdings monate- oder jahrelang verzögern. Läuft es dagegen nach Plan, würde der Neubau «ungefähr 2018 bis 2019» bezogen, wie Thomas Lüthi erklärt.

Sobald das definitive Projekt vorliegt, wird sich die Halter AG zudem auf die Suche nach Investoren für das 150-Millionen-Projekt machen.

Berner Zeitung

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