Neue Parteien befeuern Wahlkampf

Ostermundigen

Jetzt ist klar, wer bei den Wahlen kandidiert. Thomas Iten bleibt Gemeindepräsident, er ist einziger Kandidat. Neu treten die BDP und die Piratenpartei an.

Thomas Iten bleibt Gemeindepräsident, er ist einziger Kandidat.<p class='credit'>(Bild: Beat Mathys)</p>

Thomas Iten bleibt Gemeindepräsident, er ist einziger Kandidat.

(Bild: Beat Mathys)

Es wäre eine Überraschung gewesen, doch sie ist ausgeblieben. Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos) wird die Exekutive auch in der kommenden Legislatur leiten, er ist einziger Kandidat für das Amt geblieben. Bekannt war, dass die etablierten Parteien Iten nicht angreifen wollen. Seit Montag, dem Abgabetermin für Kandidaturen, steht fest, dass auch kein Wilder antritt.

Neun Parteien, sieben Gemeinderatssitze

Trotzdem versprechen die Gemeindewahlen interessant zu werden. Denn es haben sich zwei neue Parteien ins Spiel gebracht: die BDP und die Piratenpartei. Damit bewerben sich neun Parteien um die sieben Gemeinderats- und zehn Parteien um die 40 Parlamentssitze.

«Es wird nicht ganz einfach, die politische Landschaft ist bunter», sagt SVP-Präsidentin Lucia Müller. Die SVP gehört zu den stärksten Kräften in Ostermundigen, sie hat zwei Sitze im Gemeinderat und 11 im Grossen Gemeinderat (Parlament). Die SVP will am 25. September diese Sitze halten.

Das Tandem SP/Grüne ist die stärkste Konkurrenz. Im Parlament ist es mit 13 Sitzen vertreten, im Gemeinderat mit 2 Sitzen. Vor vier Jahren hatte die Liste SP/Grüne drei Sitze erobert. Weil aber der kurz zuvor aus der Partei ausgetretene Thomas Iten als Parteiloser zum Gemeindepräsidenten gewählt wurde, verdrängte er den drittplatzierten Norbert Riesen.

«Unser Hauptziel ist, die beiden Mandate zu behalten», sagt SP-Wahlkampfleiter Jürg Schärer. Einen dritten Sitz zu erobern, sei schwierig. Dafür möchte die SP im Parlament zulegen: «Unser Ziel ist ein weiterer Sitz.»

Gemeinderat Synes Ernst (CVP) tritt nicht mehr an, gleich wie der Parlamentarier Eduard Rippstein (CVP). Aus diesem Grund geht die CVP mit der EVP auf gemeinsamen Listen in den Wahlkampf.

Chancen auf Sitzgewinne rechnet sich die BDP aus, die erstmals teilnimmt. «Wir haben ein Wählerpotenzial in Ostermundigen», sagt Vorstandsmitglied Astrid Bärtschi mit Blick auf vergangene kantonale und eidgenössische Wahlen. Die BDP strebt drei Sitze im Parlament an. Dies sei «nicht einfach», weil die etablierten Parteien bekannter seien.

Schwierig einzuschätzen ist, was die Piratenpartei bewirken kann. Präsident und Kandidat Jorgo Ananiadis sagt, ein Sitzgewinn sei «eine realistische Option». «Bei den Nationalratswahlen haben wir 1,5 Prozent Stimmenanteil gemacht. Nötig sind 2,5 Prozent.»

Zu einem Sitzgewinn verhelfen könnte vielleicht eine Listenverbindung. Zu diesem Thema lassen die Parteien die Katze aber noch nicht aus dem Sack. Verbindungen müssen später nachgereicht werden.

Die Kandidaturen

Gemeinderat:

SP/Grüne:Andreas Thomann (bisher), Rudolf Mahler, Maya Weber

SVP:Erich Blaser, Aliki Panayides (beide bisher), Hans Peter Friedli, ­Lucia Müller, Martin Studer

FDP:Henrik Schoop (bisher), Dino Collalti, Gerardo Grasso, Thomas Schläppi, Aliosha Walter, Tobias Weibel

GLP:Melanie Gasser, Luca Alberucci, Thomas Bendoza, Cédric Luyet, ­Denis Toggwiler, Simone Wahli

BDP: Astrid Bärtschi, Andrea ­Schneiter, Marianne Steiner, Martin Mosimann

EVP/CVP:Renate Bolliger, Sandra Löhrer, Silvia Fels, Benjamin Gimmel, Peter Wagner, Rahel Wagner

Piraten:Georg Ananiadis, Amanda Ananiadis, Christoph Habegger, ­Michael Kohler, Damir Brun del Re

Grosser Gemeinderat:

SP/Grüne:Rudolf Mahler, Colette Nova, Hasan Ögüt, Saibaven Raja­rathnam, Adrian Tanner, Thulani Thomann, Maya Weber, Jakob Weishaupt, Christian Zeyer, Priska Zeyer (alle bisher), Peter Lindenmann, Judith Hangartner, Bettina Friedrich

SVP:Hans Peter Friedli, Hans-Rudolf Hausammann, Rudolf Hess, Ernst Hirsiger, Lucia Müller, Roger Schneiter, Martin Studer, Marlis Weber, Gerhard Zaugg, Walter Zysset (alle bisher), Erich Blaser, Yannick Buchter, Adrian Gränicher, Aliki Panayides, Christian Streule, Markus Truog, Sascha Weber, Hans Wipfli

FDP: Roger Hubschmid, Alfred Müller, Aliosha Walter, Tobias Weibel (alle bisher), Dino Collalti, Gerardo Grasso, Christoph Leiser, Purussou­thaman Ponniah, Shaktiraj Ravendran, Rolf Rickenbach, Thomas Schläppi, Henrik Schoop, Tim Sterchi, Seraiah Walter, Stephan Zesiger

GLP:Melanie Gasser, Luca Alberucci, Thomas Bendoza, Cédric Luyet (alle bisher), Markus Blaser, Michael Schmidhauser, Oliver Tamàs, Denis Toggwiler, Alexander Wahli, Martin Weber, Dorothea Züllig, Almira ­Alihodzic, Marcel Bieri, Marcel Buri, Javier Calleja, Michael Dürig, Jean-Claude Frick, Thomas Karlen, Tanja Kienle, Thomas Luder, Sacha Meister, Cécile Minka II, Lorenz Moser, Rekha Oleschak, Alfred Schürch, ­Miriam Tamàs, Annette Toggwiler, Stephan von Allmen, Simone Wahli

Forum: Roland Rüfli, Andreas ­Leuthold

BDP:Astrid Bärtschi, Andrea ­Schneiter, Marianne Steiner, Beat Fiechter, Martin Mosimann

EVP/CVP: Renate Bolliger, Silvia Fels, Rahel Wagner, Peter Wagner, Sandra Löhrer (alle bisher), Josia Baumann, David Däster, Marc Geiser, Benjamin Gimmel, Kim Ai Gimmel, Dagmar Vogel, Marina Wagner, Myriam Zürcher, Irène Baumann, Matthias Baumann, Esther Becher, Christian Bolliger, Roswitha Braun, Rahel Däster, Maria Greber, Hans Isenschmied, Anita Lüthi, Mario Lüthi, Michael Mitter, Chris Schröer, Marianne Schröter, Franziska Senglet

Piraten: Georg Ananiadis, Christoph Habegger, Amanda Ananiadis, ­Damir Brun del Re, Heidi Ananiadis, Michael Kohler.

Berner Zeitung

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