Neue Crew will näher zu den Gästen

Seit zwei Monaten führen Kevin und Karin Kunz den Berner Kursaal. Es sei ein «Supergefühl», wieder in Bern zu sein. Die beiden leiteten in den letzten zehn Jahren die Seiler-Hotels in Zermatt.

Karin und Kevin Kunz kümmern sich um den Kursaal.

Karin und Kevin Kunz kümmern sich um den Kursaal.

(Bild: Beat Mathys)

Ende Oktober 2015 kam von der Kongress + Kursaal AG eine dürre Medienmitteilung: Der Verwaltungsrat sei mit CEO Elisabeth Dalucas übereingekommen, das bestehende Arbeitsverhältnis aufzulösen. Begründet wurde dies mit «unterschiedlichen Auffassungen in der Unternehmensführung». Ansonsten sei Stillschweigen vereinbart worden.

Dalucas hatte zuvor während acht Jahren das Kultur- und Kongresszentrum Luzern geführt. Die Gründe für den vorzeitigen Abgang Dalucas’ nach nur sechzehn Monaten im Kursaal sind später dennoch durchgesickert. Sie habe sich unter anderem zu wenig um die Bereiche Gastronomie und Hotellerie gekümmert und das Haus primär als Kongresszentrum gesehen.

Von Zermatt nach Bern

Nun, Dalucas’ Nachfolger waren schnell gefunden: Seit nunmehr zwei Monaten führen Kevin und Karin Kunz den Kursaal. Zehn Jahre lang führte das Ehepaar die Seiler-Hotelgruppe in Zermatt mit dem 5-Stern-Flaggschiff Mont Cervin Palace. Vorherige Stationen waren das Club Resort Giverola an der spanischen Costa Brava sowie das geschichtsträchtige und luxuriöse American Colony Hotel in Jerusalem.

Fremd ist Karin und Kevin Kunz die Bundesstadt aber nicht. Eingestiegen in die Gastronomie war der 55-jährige Kevin Kunz im Hotel Bären in Bern, wo er eine Kochlehre absolviert hatte. Anschliessend erlernte er den Serviceberuf bei Fritz Haller im Bahnhofbuffet Bern.

In den 1980er-Jahren leitete Kunz als Direktor das Hotel Belle Epoque in der Altstadt. Seine Frau Karin – sie hat die Hotelfachschule Thun absolviert – war damals bereits für den Kursaal tätig, und zwar als Personalchefin. «Es ist ein gutes Gefühl, hier zu sein», sagen die beiden. «Wir haben nach zwei Monaten natürlich noch nicht den vollen Überblick, aber wir ­haben ein Team, das uns sehr positiv aufgenommen hat.»

Vonseiten der Hauptaktionäre und des Verwaltungsrates sei gewünscht worden, «das Gastgebertum frontorientierter zu pflegen». Dass Karin Kunz mit den Stammgästen im Winter Ski fahren geht – wie sie es in Zermatt getan hat–, dürfte im Kursaal zwar kaum vorkommen. Aber sie und ihr Mann Kevin wollen künftig vermehrt den Gästekontakt suchen. «Wir möchten gezielt und flexibel auf Gästebedürfnisse eingehen, sei dies im kleinen oder im grossen Rahmen, und dem Kursaal gemeinsam mit unserem Team eine persönlichere Note geben.»

Im Moment arbeiten sich beide in die verschiedenen Abteilungen und Organisationsstrukturen ein. Ziel sei es, Strukturen zu vereinfachen und die Kommunikation zu fördern.

Gastrotempel bleibt

Die Gastronomie im Kursaal ­werde nicht auf den Kopf gestellt. Kevin Kunz dementiert ein Gerücht, wonach das Restaurant Meridiano (17 Gault-Millau-Punkte, 1 Michelin-Stern) vom Gastrotempel abrücken soll. «Wir werden mit dem Meridiano ein hochstehendes Restaurant behalten», sagt Kunz. Schwierig sei allerdings die Topografie. Der Zugang zum Meridiano (Lift, Gänge, Treppen) sei nicht ­optimal.

«Das schwierigste Konzept aber hat das asiatische Restaurant Yu», sagt Kunz. «Am Morgen gibts Frühstück, am Mittag Businesslunches, und am Abend wird es asiatisch.» Da müssten die Abläufe sowohl verbessert als auch dem Gast besser rübergebracht werden.

Auch das Angebot im Kursaal soll erweitert werden. Karin und Kevin Kunz wollen an Wochenenden mehr Unterhaltung ins Haus bringen. «Wir denken beispielsweise an eine Konzertserie, an Livebands.»

Konkretes ist allerdings noch nicht geplant; immerhin stehen in diesem Jahr im Kursaal noch grössere Events bevor, unter anderem die Swiss Icehockey Awards, die SCB-Gala, der Swiss Energy & Climate Summit, die Dreiländertagung der Gesellschaften für Gefässchirurgie 2016, das Globetrotter-Fernwehfestival sowie ein interna­tionales Symposium der Zehnmediziner.

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