Neue Adresse für die Berner Clubszene

Bern

Am Hirschen­graben entsteht ein neuer Club. Nachdem der H24-Club vor dem Sommer dichtmachte, übernehmen Marcel Vivo und Albert Gomez das Lokal.

Einstimmung aufs Eröffnungswochenende: Bei einem Apéro wurde am Donnerstag auf den neuen Club angestossen.

Einstimmung aufs Eröffnungswochenende: Bei einem Apéro wurde am Donnerstag auf den neuen Club angestossen.

(Bild: Iris Andermatt)

Claudia Salzmann@C_L_A

H24 hiess der letzte Versuch, im Untergeschoss des Theaters National am Hirschengraben einen Club zu führen. Vor dem Sommer musste er schliessen, nun eröffnen zwei neue Gesichter den ­Cube Club.

Einer von ihnen ist Marcel Vivo, wie er sich nennt. Der 36-Jährige hatte während fünf Jahren ein Lovemobil an der Street Parade und organisierte Partys in Berner Clubs. «Meine DJ-Karriere liegt hinter mir. Nun einen ganzen Club zu führen, fühlt sich gut an.»

Bereits seit 22 Jahren Erfahrung damit hat sein Geschäftspartner Albert Gomez. Bis vor vier Jahren war er im Traditionsclub Wasserwerk im Mattequartier. «Hier im Cube Club können wir alles selber bestimmen», sagt der 57-Jährige.

Lasche Clubszene

Über eine lange Treppe beim Hintereingang des Theaters erreicht man den Club. Vom langen Sommer hatten die beiden hier unten nichts: «Wir sind ziemlich bleich, weil wir in den letzten zwei Monaten alles selber umgebaut haben», erzählt Vivo.

Der 300 Quadratmeter grosse Club mit den schwarzen Wänden und Metallstützen kommt düster daher. «Wir sind zwar nicht der ‹Tresor›, aber ein Untergrundclub», sagen sie. Und spielen damit auf einen Berliner Club in ähnlichem Stil an.

So werden wollen sie allerdings nicht, denn dort wird primär Techno gespielt: «Bei uns gibt es verschiedene Musikstile wie Reggae, Jazz und Hip-Hop», sagt Vivo. Und auch den Vergleich zum Club Bonsoir, der im Mai in der Aarbergergasse schloss, weisen die beiden von sich: «Wir passen in keine Schublade, sondern machen neu auf.» Sie würden die lasche Berner Clubszene beleben wollen.

Bühne frei für Unbekannte

Einlass ist ab 18 Jahren. Im September wird freitags und samstags offen sein, ab Oktober auch am Donnerstag. Ein 20-köpfiges Team werde hier arbeiten, sagt Gomez. «Für mich braucht ein richtiger Club eine Bühne. Damit vergrössert man die Spannbreite an Events.» Dabei denkt er auch an eine Modenschau oder ein Theater.

Wie früher im Planschbecken wollen sie unbekannten Berner Künstlern eine Bühne fürs Üben geben. Dafür machen sie den grossen Raum, wo sich die Tanzfläche befindet, zu. «So werden die Künstler nicht nervös und können mal ausprobieren», sagt Vivo.

Die Lage am Hirschengraben mögen sie besonders. In drei Minuten erreicht man die «Welle» des Bahnhofs Bern, das City-West-Parkhaus liegt unmittelbar nebenan; und wer den Heimweg nicht schaffe, könne im Hotel ­National ein Zimmer buchen.

Angst, dass es zu Lärmklagen aus der Nachbarschaft kommen könnte, haben sie nicht. Vis-à-vis ist das Hallenbad Mubeeri, Anwohner gibt es wenige. Vivo hat bereits Erfahrung mit der Gegend: «Als ich im H24 veranstaltete, hatten wir nie Probleme.»

Dass Nachtschwärmer heute vor allem das Bollwerk ansteuern, bereite den beiden keine Sorgen. «Wir sind gut vernetzt, und viele freuen sich auf unsere ­Eröffnung.»

Berner Zeitung

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