Neubau nach dem Umbau

Köniz

Erst vor ein paar Jahren wurde beim Wohn- und Pflegeheim Grünau in Wabern das Hauptgebäude saniert. Nun soll es abgerissen werden und einem modernen Neubau weichen.

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Wohnungen mit Altbauflair, ein hübscher Park, die Busstation um die Ecke – das Wohn- und Pflegeheim Grünau in Wabern hat durchaus ein paar Argumente, mit denen es potenzielle Neubewohner von sich überzeugen dürfte. Mit seinen total 66 Plätzen ist es zudem von überschaubarer Grösse, der Umgang, der herrscht, ist eher familiär.

Das Areal hat aber auch seine Schwächen. Die Wohnungen etwa sind auf zwei Häuser verteilt: Die eine Hälfte befindet sich im alten Hauptgebäude, die andere im vor zehn Jahren fertiggestellten Neubau. Ess- und Therapieräume sind nochmals woanders untergebracht. Bei schlechtem Wetter bedeutet das Wege, die weder Bewohner noch Pfleger gerne zurücklegen.

Stau vor dem Lift

Das Hauptproblem liegt jedoch im altehrwürdigen Hauptgebäude. Das einstige Schulhaus stammt von Anfang des letzten Jahrhunderts, einige Zimmer sind verhältnismässig zu gross, andere zu klein. Die mobilen Gerätschaften von Bewohnern und Mitarbeitenden passen wegen der knappen Durchgänge und Türen teilweise kaum mehr hindurch. Kurz: «Der Grundriss ist nicht optimal für den Pflegebereich», sagt Peter Kilchenmann, Verwaltungsratspräsident der Grünau AG, die das Heim besitzt.

Zum unvorteilhaften Grundriss kommt eine etwas in die Jahre gekommene technische Ausstattung hinzu. So verfügt das über 100-jährige Gebäude nur über einen einzigen Personenlift. Wenn sich die Bewohner beispielsweise zum Gottesdienst aufmachten, herrsche jeweils «Stau wie vor dem Bareggtunnel». Für Kilchenmann ist klar: «Das Heim entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen.»

Um die Grünau attraktiver zu machen, haben die Verantwortlichen deshalb Grosses vor. Sie wollen das Areal grundlegend neu konzipieren. Konkret heisst das: Das alte Haupthaus soll zusammen mit der vor kurzem erworbenen Liegenschaft daneben, wo früher die Bäckerei Staub geschäftete, abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt werden. Ein solcher würde künftig nicht nur technisch in einer anderen Liga spielen, sondern gleich auch sämtliche 66 Heimplätze beherbergen. «So wäre alles unter einem Dach vereint», sagt Kilchenmann.

Das relativ neue Gebäude an der Ecke Seftigen-/Weyerstrasse, wo heute rund die Hälfte der Heimplätze angesiedelt ist, würde dann umgenutzt – in Alterswohnungen, die von den Mietpreisen her «ergänzungsleistungstauglich» sein sollen. Baulich seien dort aber keine Anpassungen nötig.

Eine Frage, die sich stellt: Erst vor ein paar Jahren – im Zuge des Neubaus an der Ecke Seftigenstrasse/Weyerstrasse – wurde das altehrwürdige Hauptgebäude noch saniert. Das Haus erhielt teilweise neue Böden, einen neuen Heizungsanschluss und einzelne Zimmerrenovationen. Und nun soll es trotzdem dem Erdboden gleichgemacht werden.

War die Sanierung also eine Fehlinvestition? «Nein», sagt Peter Kilchenmann. «Die damaligen Anpassungen waren nicht einfach für nichts.» Ans neue Heizsystem etwa werde man auch den künftigen Neubau anschliessen können. Und auch die neuen Böden hätten sich für das knappe Jahrzehnt durchaus gelohnt. Viel vom heutigen Mobiliar werde man zudem wiederverwenden können. Fakt sei letztlich aber: «Ein Neubau ist die bessere Lösung als weiterhin nur zu flicken.»

Über 20 Millionen Franken

Die Planung für das neue Grünau-Areal läuft bereits seit ein paar Jahren. Nun kommt das Projekt aber langsam ins Rollen. Die öffentliche Mitwirkung ist vor kurzem zu Ende gegangen. Eingaben sind dabei keine eingegangen. Dennoch kommen auf das Neubauprojekt noch einige Hürden zu. So hat laut Kilchenmann etwa die Denkmalpflege zum geplanten Gebäudeabriss noch ihr definitives Okay zu geben, denn das alte Schulhaus ist als erhaltenswert eingestuft. Das Könizer Stimmvolk wird zu einem späteren Zeitpunkt zudem noch über eine Zonenplanänderung abstimmen müssen.

Wenn alles nach Plan läuft, wird der moderne Neubau 2022 bereitstehen. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf über 20 Millionen Franken. Der Heimbetrieb soll während der gesamten Bauphase aufrechterhalten ­werden.

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