Neuanfang auf dem Gurnigel stimmt optimistisch

Gantrisch

Neue Leitung, neues Angebot und viele Pläne: Das Berghaus Gurnigel steht seit Dezember unter der Leitung von Melissa Nef und ist in eine neue Ära gestartet.

Melissa Nef und Gantrischplus-Präsident Ruedi Flückiger spannten bei der Restauranteröffnung erfolgreich zusammen.

Melissa Nef und Gantrischplus-Präsident Ruedi Flückiger spannten bei der Restauranteröffnung erfolgreich zusammen.

(Bild: Iris Andermatt)

Von aussen sieht das Restaurant Berghaus Gurnigel aus wie immer. Aber schon beim Betreten des Vorplatzes fällt Neues auf: Auf den Stühlen entlang der Hausmauer liegen dicke, langhaarige Schaffelle, einladend und wärmend. Auch in der Gaststube sieht einiges anders aus. Anstelle von in Tonkügelchen gebetteten Zimmerpflanzen sind in den Trennelementen zwischen den Tischen Kinderspielsachen und Gesellschaftsspiele verstaut. Diese werden, sagt Geschäftsführerin Melissa Nef, rege benutzt. Die Wände, die über Jahrzehnte mit alten Holzski und abgeschnittenen Militär-Achselpatten und -krawatten dekoriert waren, sind leer.

Insgesamt: Der Raum des Selbstbedienungsrestaurants wirkt entstaubt, der Blick kann ungehindert durch dekorlose Fenster über die verschneiten Tannen und Hügel schweifen – ist doch die Aussicht der Hauptgrund, um aus dem mittelländischen Nebelmeer auf den 1608 Meter hohen Gurnigelpass zu fahren.

Nussgipfel und Suppe

Noch ist das Angebot klein im Restaurant. Aber, so betont Melissa Nef: «Ausser dem Appenzeller Bier stammt alles aus der Region.» Von den Nussgipfeln und den Gipfeli, die schon morgens zum Schlemmen verlocken, über die Suppe aus regionalem Gemüse bis hin zu Käseschnitten, Fleisch und Würsten wird alles im Naturpark Gantrisch produziert und in der Restaurantküche frisch verarbeitet.

Aber: Das Berghaus Gurnigel hängt stark vom Wetter ab. Bei schönem Wetter ist Hochbetrieb. So war das Restaurant beispielsweise am Weihnachtstag voll. «Man weiss nie, ob 10 oder 100 Gäste kommen, und muss immer entsprechend vorbereitet sein», sagt Melissa Nef.

Start im Dezember

Die Gantrischplus AG ist eine Firma des Naturparks Gantrisch, die das Berghaus erworben hat. Ab Oktober war der Betrieb geschlossen, kleine Sanierungsarbeiten wurden ausgeführt. Am 8. Dezember war es so weit. Just vor dem ersten Schneefall wurde das Restaurant neu eröffnet. Weil kein passender Betreiber gefunden wurde, erklärte sich Melissa Nef spontan bereit, zu übernehmen.

«Das Geschäft lief sehr gut, wir hatten viel zu tun. Es war ein guter Test.»Melissa Nef, Geschäftsführerin im Berghaus Gurnigel

Die 28-Jährige ist gleichzeitig Geschäftsführerin von Gant­rischplus und kennt deshalb die finanzielle und organisatorische Situation. Zudem mache sie die Arbeit im Berghaus gern. «Ich habe mich sogar entschlossen, das bernische Wirtepatent zu erwerben», sagt sie und sagt, mit Blick zu Ruedi Flückiger, dem Präsidenten von Gantrischplus: «Mit der richtigen Unterstützung ist viel möglich.» Mangels Personal hat Flückiger nämlich an den ersten drei Wochenenden des anlaufenden Betriebs im Berghaus überall zugepackt, wo Not am Mann war. Er sagt: «Es war wichtig, dass wir eröffnen konnten.»

Sonnenhungrige Gäste

Das Restaurant war offen, die Gäste kamen. «Das Geschäft lief sehr gut, wir hatten viel zu tun. Es war ein guter Test», zieht Melissa Nef Bilanz. Obschon die Skilifte wegen Schneemangels stillstanden und die dünne Schneedecke sich unter der Sonne zusehends in Eis verwandelt, sei das Restaurant über die Feiertage stets gut besucht gewesen. «Dank milder Temperaturen und Sonne sind die Leute sogar auf der Terrasse gesessen», sagt Nef. Nebst ihr arbeiten der Koch Pascal Binggeli und sein Assistent Urs Schneider im Selbstbedienungsrestaurant auf der Passhöhe. Dazu steht Personal auf Abruf zur Verfügung. Ein Betreiber wird weiterhin gesucht.

300 Gruppenschlafplätze

Das Berghaus Gurnigel gehörte ursprünglich der Armee und diente über Jahrzehnte als Militärunterkunft. Nebst dem Restaurant mit seinen Nebenräumlichkeiten sind deshalb mehrere Schlafsäle mit Plätzen für insgesamt 300 Personen vorhanden. Ganz auf Soldaten ausgerichtet stehen Reihen von Waschtrögen in den offenen Korridorräumen. Daneben sind Duschen und Toiletten. Zusätzlich gibt es acht einfache Doppelzimmer mit Aussicht auf die Gantrischkette.

Mehr auf www.gantrisch.ch.

Berner Zeitung

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