Nause zieht den Kopf aus der Schlinge

Bern

Reto Nause (CVP) hat die Wiederwahl ­geschafft. Doch es war kein einfacher Sonntag für den Sicherheits­direktor.

Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) ist nach dem RGM-Sieg der letzte verbleibende bürgerliche Gemeinderat. Video: Martin Bürki

Reto Nause (CVP) war die Erleichterung am Sonntagabend kurz nach halb zehn deutlich ins Gesicht geschrieben. «Diese Wahlen waren ein Krimi. Spannend bis zum Schluss.» Nause schaffte die Wiederwahl mit 11 033 Stimmen, sein Mitte­bündnis schaffte 26 276 Partei­stimmen.

Nause nimmt damit im Januar seine dritte Legislatur als Gemeinderat in Angriff. Er ist seit acht Jahren Sicherheits-, Umwelt-, und Energiedirektor und hat keinerlei Anstalten gemacht, die Direktion wechseln zu wollen.

Die politische Ausgangslage werde für ihn in der neuen Regierung bei einem 4:1-Übergewicht für RGM eher schwierig, sagte Nause. «Ich bin jetzt sozusagen der letzte Mohikaner in der Stadt­regierung. Das macht die Politik nicht einfacher.»

Bereits am Sonntagabend gab Nause bekannt, dass er beim zweiten Wahlgang ums Stadtpräsidium nicht mehr antreten werde. «Ich ziehe mich zurück und werde Alec von Graffenried (GFL) unterstützen.»

Eine Hochrechnung, welche vor zwei Wochen in der Zeitung «Bund» publiziert wurde, prophezeite Nause noch die Abwahl. Doch nun traf es nicht ihn, sondern FDP-Kandidat Alexandre Schmidt. «Es tut mir sehr leid für Alexandre Schmidt. Ich wünsche ihm nur das Beste, er hat die Abwahl nicht verdient.»

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Glückliche Präsidenten

Bis zu besagter Hochrechnung galt die Mitteliste als sicherer ­Ha­fen dafür, in den Gemeinderat zu gelangen. Böse Zungen sagen, Nause habe erst nach diesem Hochrechnungsschocker und der drohenden Abwahl seriös mit dem Wahlkampf angefangen. Dies stimme nicht, sagt dagegen CVP-Präsident Tim Frey.

Man habe nicht zu spät mit dem Wahlkampf begonnen. «Wir haben bei diesen Wahlen enorm hart gekämpft», sagt der Präsident der Kleinstpartei. Man sei mit den Prognosen aber immer vorsichtig gewesen und habe nicht mit einem Selbstläufer gerechnet.

Bei einer anderen Vertreterin des Mittebündnisses, der BDP, tönt es ähnlich. «Wir haben sehr früh mit dem Wahlkampf angefangen», sagt deren Präsident Hans Kupferschmied.

Das Ergebnis bezeichnet er als gut, die Wiederwahl Nauses sei notabene das Ziel gewesen. Die Konstellation im Gemeinderat mit nur einem bürgerlichen Vertreter sei doch «sehr hart».

GLP-Präsident Martial Berset sagt, seine Partei habe sich im Wahlkampf sehr aktiv engagiert. Wie die anderen Vertreter des Mittebündnisses betont auch Berset den «gewichtigen Beitrag» seiner Partei am Erfolg: «Ich bin extrem happy.»

rah/tma

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