«Naherholungsgebiet muss bleiben»

Schwarzenburg

Um das Erholungsgebiet an der Sense bei der Ruchmühle und bei der Sodbachbrücke als solches zu erhalten, will der Schwarzenburger Gemeinderat die dortigen Parkplätze kaufen.

Die kantonalen Naturschützer möchten die Parkplätze im Sensegraben aufheben, die Gemeinde Schwarzenburg ist dagegen.

Die kantonalen Naturschützer möchten die Parkplätze im Sensegraben aufheben, die Gemeinde Schwarzenburg ist dagegen.

(Bild: Stefan Anderegg)

Seit letztem Sommer sind die Parkplätze an der Sense bei der Ruchmühle und bei der Sodbachbrücke teilweise mit Baumstämmen blockiert. Dies aus Gründen des Naturschutzes und weil diese Parkplätze illegal seien, begründete damals Franziska von Lerber von der kantonalen Abteilung Naturförderung diese Massnahme. Die befestigten Plätze be­finden sich auf Gemeindeboden von Schwarzenburg, sind aber im Eigentum der Armasuisse. Da die ehemaligen Schiessplätze im Sensegraben vom Militär nicht mehr benutzt werden, sollen die Parkplätze verkauft werden.

Nebst dem Amt für Landwirtschaft und Natur (Lanat) zeigt jetzt auch die Gemeinde Schwarzenburg Interesse an einem Kauf. «Unser Ziel ist, dieses Naherholungsgebiet im Sensegraben zu erhalten», sagt Gemeinderat Andreas Kehrli (FDP).

Nur noch Naturschutz?

Erklärtes Ziel des Lanat sei, sagt der Gemeinderat, die Parkplätze, die Senseverbauungen, die WC- und Entsorgungsanlagen rück­zubauen, um «eine natürliche Gewässer- und Auendynamik wiederherzustellen. Dieses Vorhaben schreckte den Schwarzenburger Gemeinderat auf. Er machte bei Armasuisse Immobilien eine Eingabe. «Wir sind jetzt auf der Liste der Kaufinteressenten vorgemerkt», sagt Andreas Kehrli. «Dieses Gebiet darf man der Bevölkerung nicht wegnehmen», betont er.

Es gebe Leute, die seit vielen Sommern Wochenenden und Ferien im Sensegraben verbringen, baden und grillieren. «Das darf man auf keinen Fall verbieten.» Kehrli hat sich in den umliegenden Berner und Freiburger Gemeinden erkundigt und erfahren, dass das Erholungsgebiet im Sensegraben von Menschen der ganzen Region genutzt wird. «Und das schon seit über 50 Jahren.»

Regeln aushandeln

Auch wenn die Einwohnergemeinde Schwarzenburg die Plätze kauft, wird das Lanat noch mitreden. «Wir müssten gemeinsam Regeln aushandeln», sagt Kehrli. Ihm sei klar, dass das Parkieren geregelt, unter Umständen auch kostenpflichtig sein müsste.

Damit das wilde Parkieren nicht noch mehr ausufert, möchte er die Plätze aber unbedingt ­erhalten. «Sonst werden wir eine Unterschriftensammlung starten.»

Berner Zeitung

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