Bern

Nähen für einen guten Zweck

BernRucksäcke aus Bali, Knöpfe in allen Formen und Farben und kreative Nähkurse: Das ist der Bazaar58 in der Berner Altstadt. Am ersten Advent und im Dezember können Interessierte für einen guten Zweck oder ihr Weihnachtsgeschenk nähen.

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Am 29. November öffnen die Läden der unteren Altstadt in Bern, vom Zytglogge-Turm abwärts, ihre Türen für Besucher. So auch der Bazaar58 an der Gerechtigkeitsgasse 58. Im Laden mit Atelier werden den ganzen Tag im Rahmen des Projekts «mini Decki» Decken für Flüchtlingskinder genäht.

Anmelden können sich alle, die sich am Projekt beteiligen wollen und minimale Kenntnisse von Nähmaschinen haben. Das Material kostet sieben Franken. Für die Geschäftsführerin Dewa Bertschi und ihre Atelierpartnerin Rahel Barendregt war klar, dass sie das Projekt «mini Decki» unterstützen wollen. Deshalb haben sie bereits im September zum Decken nähen aufgerufen.

Die gelernte Schneiderin setzt sich jedoch nicht nur für Menschen in Not ein, sondern arbeitet ausschliesslich mit fair gehandelten Materialien. Ihre Taschen und Rücksäcken zum Beispiel werden aus rezyklierbaren Ikats hergestellt.

Das seien Sarongs (Wickeltücher) die zuvor von Menschen in Indonesien getragen wurden. wurden. «Bekannte vor Ort legen diese für mich zur Seite»,erzählt die Modedesignerin, «ich suche sie vor Ort in verschiedenen Ikat-Shops zusammen».

Dewas Rucksäcke

Dewa Bertschis Rucksäcke und Taschen gehen um die Welt. Sie werden nicht nur auf Bali hergestellt und in der Schweiz verkauft, sondern begleiten ihre Träger auch auf Reisen und Ausflügen. «Viele, die einen Rucksack kaufen, schicken mir ab und zu ein Foto von ihren treuen Begleitern», erzählt Dewa Bertschi und zeigt auf die Bilder, die in ihrem Laden jeweils einen Platz finden.

Kultrucksäcke also. Die Emmentalerin mit tibetischen Wurzeln winkt ab: «Die Rucksäcke haben einfach treue Fans, die immer wieder herkommen.»

Die Vorlagen für die Rucksäcke und Taschen hat sie selber entworfen und diese anfangs auch selber genäht. Mittlerweile werden die Produkte in einem kleinen Betrieb auf Bali gefertigt. Bertschi «kennt die Mitarbeiter persönlich» und «besucht die Produktionsstätte regelmässig» .

Nähen im Advent

Neben der «mini Decki Aktion» am 1. Advent finden im Bazaar58 ebenfalls Adventsnähkurse statt. An sechs Tagen im November und Dezember können Interessierte ihre Weihnachtsgeschenke unter fachkundiger Anleitung selber nähen. Natürlich seien hier ebenfalls Geschenke für sich selbst gemeint. Mitmachen dürfen auch Kinder ab neun Jahren.

Während den Schulferien bietet der Bazaar58 jeweils Kurse separat für Kinder an. Diese sind «fast immer ausgebucht». Erwachsene können entweder an der Nähnacht, die regelmässig stattfindet, und an Anfängerkursen teilnehmen oder Raum, Nähmaschinen, Nadel und Faden stundenweise mieten.

Unterstützt wird Bärtschi dabei von Rahel Barendregt, die auch im Laden ihre selbstgemachten Produkte verkauft . «Rahel ist vor allem für die Atelierleitung zuständig, ich für den Laden und die Werbung», so Bertschi.

Haus auf Bali

Dewa Bertschi ist in Schwanden im Emmental aufgewachsen. «Wir hatten ein Haus auf Bali», führt sie weiter aus, «deshalb habe ich dort sehr viel Zeit verbracht». Ihr Vater hat das Bali-Fieber in den 70er Jahren gepackt. Auf einer Reise sei er in Bali gelandet und habe dort ein Ferienhaus gemietet.

Danach begann der gelernte Schriftsetzer meterhohe Balifahnen (in der Landessprache: Umbulumbul) in der Schweiz zu verkaufen. Diese werden zum Beispiel für Feste und als Dekoration verwendet. Auch ihre Mutter, eine Grafikerin, stieg später in das Geschäft mit ein. Allerdings betrieb sie zudem während fünfzehn Jahren noch einen Knopfladen an der Gerechtigkeitsgasse in der Berner Altstadt.

Als Dewa Bertschi jedoch ins schulpflichtige Alter kam, wollte sie nicht mehr mit den Eltern nach Bali reisen. Nach der Schule hat sie in der Schlossbergschule in Spiez eine Schneiderlehre abgeschlossen. Anschliessend lebte sie vier Jahre in Berlin, um sich zur Modedesignerin ausbilden zu lassen. Es folgten ein sechsmonatiges Design-Praktikum auf Bali sowie ein dreimonatiges Praktikum in New York.

Tango und Apéros

Im Juli 2013 hat die 29-Jährige den Knopfladen ihrer Mutter in der Berner Altstadt übernommen. Ein gutes halbes Jahr später konnte sie auf der gegenüberliegenden Strassenseite, an der Gerechtigkeitsgasse 58, ein Lokal mieten. Dort verkauft nebst ihren Produkten unter anderem auch die Knöpfe, die sie aus dem Laden ihrer Mutter übernommen hat.

Ihre Mutter stehe ihr nach wie vor im Laden zur Seite, allerdings kümmert sie sich nun vorwiegend um das Fahnen-Geschäft, welches unweit von Bertschis Laden untergebracht ist.

Seit letztem Sommer kann Dewa Bertschi auch den Raum auf der Seite der Postgasse mieten. Dieser wird nun für Anlässe jeglicher Art vermietet. Auch für Kindergeburtstage, Apéros und Anlässe bis zu 30 Personen sei der Raum geeignet. «In diesem Raum fanden die Dreharbeiten für den neusten Dällebach Kari Film im Jahre 2011 statt. Das Lokal diente als Coiffeursalon», erzählt sie. Der dazugehörige Gewölbekeller soll bald als Tango-Raum untervermietet werden.

(Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 24.11.2015, 09:12 Uhr

Nähen im Advent

An folgenden Daten bietet der Bazaar58 Adventsnähen an. Es kann ein Paket zusammengestellt (3x4h) oder einzelne Daten (4h) gebucht werden.

30.11. / 4.12. / 7.12. / 11.12. / 14.12. /18.12.
Jeweils von 13.30 - 17.30

Kosten
Einzeln: CHF 90
Paket: CHF: 260.- (wähle 3 Daten aus)

Inklusive sind:
Diverse Baumwollstoffe aus unserem Fundus, Reissverschlüsse, Knöpfe, diverse Bänder, Nähzubehör, Einlagen, Schnittpapier und natürlich die Nutzung der Nähmaschinen unseres Ateliers.

Wer seine eigenen Materialien mitbringt erhält einen Preisnachlass nach Absprache.

Anmeldung
bazaar58kurs@gmail.com

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