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Nach Fastkollisionen: Flughafen Bern erlässt neue Regeln

Nach mehreren Beinahekollisionen am Flughafen Bern gelten ab Februar neue An- und Abflugregeln. Ziel ist es, die Flugzeuge besser voneinander zu trennen.

Seit 2005 haben sich am Flughafen Bern drei Fastunfälle ereignet. Der Letzte liegt gut zwei Jahre zurück.
Seit 2005 haben sich am Flughafen Bern drei Fastunfälle ereignet. Der Letzte liegt gut zwei Jahre zurück.
zvg
Mit den neuen Regeln sollen die verschiedenen Flugzeuge und Helikopter beim An- beziehungsweise Ablug besser voneinander separiert werden.
Mit den neuen Regeln sollen die verschiedenen Flugzeuge und Helikopter beim An- beziehungsweise Ablug besser voneinander separiert werden.
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Der Flughafen Bern reagiert auf drei Fastkollisionen der letzten Jahre am Himmel über der Region Bern. Er trennt die nach Instrumentenflugregeln anfliegenden Flugzeuge besser von den im Sichtflug anfliegenden und separiert die Helikopter besser von den Flugzeugen.

Drei neue Regeln gelten laut einer Mitteilung des Berner Flughafens ab Februar 2015: Erstens wird der sogenannte Einflugpunkt W für Sichtanflüge, welcher sich heute in der Nähe von Bümpliz befindet, etwa 1,5 Kilometer weiter südlich zum Könizbergwald verschoben. Damit wird die Einflugschneise für Instrumentenanflüge über der Stadt Bern auf die Piste im Belpmoos besser geschützt.

Zweitens wird der Einflugpunkt E im Osten des Flughafens zur Entlastung der Gemeinde Worb weiter nach Norden verschoben. Das schafft gleich auch eine grössere Sicherheitsdistanz zum sogenannten «Circling», das gewisse Linienflugzeuge beim Anflug auf den Flughafen Bern vornehmen.

Gemeint ist, dass sie zwar von Norden her anfliegen, dann aber in Richtung Rubigen und Münsingen abdrehen und nach einer 180-Grad-Kurve über dem Aaretal von Süden her im Belpmoos landen. Diese Massnahme gilt bis zur Einführung der satellitengestützten Anflüge von Süden her auf die Piste bei Belp.

Drittens werden die Fluglotsen Helikopterpiloten, die von Norden her den Flughafen Bern anfliegen, künftig an Rubigen vorbeiführen. Die Piloten müssen dann - über unbewohntem Gebiet - das südliche Ende der Belper Start- und Landepiste ansteuern. So soll der Flugverkehr besser von den Helikopteran- und abflügen getrennt werden.

Am Freitagvormittag haben Vertreter des Flughafens, des Flugsicherungsunternehmens Skyguide und des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) Vertreter der betroffenen Gemeinden über die Neuerungen ins Bild gesetzt.

Empfehlungen, nicht Befehle

Drei Beinahekollisionen am Himmel über der Region Bern haben den Flughafen Bern in Zusammenarbeit mit Skyguide und Bazl dazu bewogen, die neuen Regeln einzuführen.

Der erste ereignete sich im April 2005, als sich ein Linienflugzeug und ein Privatflugzeug gefährlich nahe kamen, der zweite im Juni 2008, als zwei Kleinflugzeuge sich zu stark näherten, der dritte im Sommer 2012, als sich auf dem Berner Flughafengelände ein Helikopter einem startenden SkyWork-Flugzeug bis auf rund 90 Meter näherte.

In all diesen Fällen forderte die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (SUST) in einer Sicherheitsempfehlung eine bessere Entflechtung des Flugverkehrs nach Instrumenten- und nach Sichtflugregeln respektive Massnahmen zur Vereinfachung der Luftraumstrukturen.

Kommen die neuen Massnahmen angesichts der teilweise schon lang zurückliegender Vorfälle nicht zu spät? Die SUST habe eben in allen drei Fällen Empfehlungen abgegeben, nicht Sofortmassnahmen angeordnet, sagte am Freitag der Sprecher des Flughafens Bern, Daniel Steffen, auf Anfrage. Der Flugverkehr rund um den Flughafen Bern habe sich deshalb stets im legalen Rahmen bewegt.

SDA/tag

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