Nach der Krise steigt der Gemeindebeitrag

Köniz

Die Gemeinde soll ihren Teil zur Bewältigung der Krise in der Musikschule beitragen: Der Gemeinderat beantragt höhere Subventionen. 

Die Gemeinde soll der Musikschule weiter finanziell unter die Arme greifen.

Die Gemeinde soll der Musikschule weiter finanziell unter die Arme greifen.

(Bild: zvg)

Stephan Künzi

Köniz will der Musikschule 125'000 Franken erlassen. Zumindest dann, wenn das Parlament dem Gemeinderat folgt und auf das letztjährige Darlehen verzichtet. Vor Jahresfrist hatte die Gemeinde der notleidenden Schule unter die Arme gegriffen und ihr überhaupt ermöglicht, die Löhne weiter zu zahlen, wobei: Ursprünglich hatte Köniz sogar mit 200'000 Franken ausgeholfen. 75'000 Franken davon wurden erst nachträglich einem Legat belastet.

Mit dem Verzicht auf das Darlehen vollzieht die Politik eine Kehrtwende. Noch im Frühling ging das Parlament ganz selbstverständlich davon aus, dass das Geld bis Ende März 2019 zurückbezahlt wird.

Es wird nicht der einzige Dreh in dieser Geschichte sein. Erst vor zwei Jahren beschloss das gleiche Parlament, den Gemeindebeitrag an die Musikschule um 75'000 Franken zu kürzen. Es war der Versuch, mit Sparmassnahmen wie dieser die Könizer Finanzen einigermassen im Lot halten zu können.

Heute scheinen nicht einmal mehr die einmalig erlassenen 125'000 Franken zu reichen. Der Gemeinderat beantragt nämlich auch, die Subvention in den bereits genehmigten Budgets für das laufende und das nächste Jahr je um den gleichen Betrag zu erhöhen.

In den Budgets für die Folgejahre soll der Gemeindebeitrag von vornherein höher ausfallen. Statt wie heuer anfänglich 1,65 Millionen Franken soll Köniz in Zukunft 2,06 Millionen Franken zahlen.

Die Erhöhung geschehe aus gutem Grund, erklärt der Gemeinderat dem Parlament auf mehreren Seiten. Ausführlich rechnet er vor, dass die 290 Stellenprozent, die noch bis vor kurzem für die Schulleitung ausreichen mussten, viel zu wenig seien. Die diversen Abgänge und krankheitsbedingten Ausfälle, die im letzten Herbst zur Krise geführt hätten, seien ein Warnsignal, das ernst zu nehmen sei.

Kurzfristig hat die Musikschule deshalb den Stellenetat in der Führung auf 480 Stellenprozent erhöht. Sie bewegt sich damit auf einem Niveau, wie es Schulen in vergleichbarer Grösse ebenfalls kennen. FDP-Gemeinderat Hans-Peter Kohler streicht es mit Bedacht hervor – und nennt gleich einen zentralen Grund für den erhöhten Finanzbedarf.

Weiter fällt ins Gewicht, dass die Gemeinde die Musikschule bislang mit weniger Geld als vom Gesetz eigentlich vorgesehen unterstützt hat. Statt knapp 40 Prozent trug sie nur 34 bis 35 Prozent zu den Einnahmen bei, kurz: Wenn Köniz nicht andauernd Defizite in Kauf nehmen wolle, müsse es «an die Betriebskosten zahlen», so der Antrag ans Parlament.

Ein neuer Vorstand

Strukturell hat die Musikschule die Krise übrigens bereits überwunden. Nach dem plötzlichen Rücktritt des gesamten Vorstands und einer Übergangszeit unter Führung von Alt-Gemeindepräsident Ueli Studer ist die oberste Führungsebene wieder definitiv besetzt.

Studer hat das Präsidium definitiv übernommen, ihm zur Seite stehen Bruno Marty als Vize, Michael Achermann als Kassier und Catherine Operschall als Sekretärin. Marisa Vifian wird als Vertreterin der Gemeinde noch dazustossen.

Berner Zeitung

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