Nach der Krise mehr Besucher für den Zoo

Kallnach

Spenden haben den Privatzoo Johns kleine Farm in Kallnach aus einer finanziellen Krise gerettet – und auf ihn aufmerksam gemacht. Die Besucherzahlen steigen.

Beim Tierfutter will John David Bauder nicht sparen.

Beim Tierfutter will John David Bauder nicht sparen.

(Bild: Nicole Philipp)

Pia Scheidegger

Von aussen sieht Johns kleine Farm aus wie jedes andere Bauernhaus. Nur durch ein grosses Schild wird klar, dass sich hinter dem Gebäude ein Zoo befindet. Ein langer Flur führt durch das ganze Haus, es riecht nach Tierfutter. Am Ende des Flurs führt eine Tür in die Küche, wo Betriebsleiter John David Bauder zusammen mit einer Mitarbeiterin Gemüse rüstet. Bevor der Zoo öffnet, wird das Futter für die Tiere vorbereitet. Bauder erwartet einen eher ruhigen Start in die Woche: «Wir hatten viele Besucherinnen und Besucher am Wochenende.»

Seitdem der Privatzoo öffentlich seine finanzielle Notlage bekannt gab, wurde er von allen Seiten unterstützt. Mit einem sogenannten Crowdfunding konnten bisher über 95000 Franken gesammelt werden – das eigentliche Spendenziel von 50000 war bereits nach vier Tagen erreicht. «Ich kann es noch gar nicht begreifen, dass wir nun wirklich weitermachen können», sagt Bauder. Die unsichere Lage des Betriebs sei sehr belastend gewesen.

Genügend Parkplätze

In den letzten Wochen sind die Besucherzahlen gestiegen. Vorher haben rund 110 Personen pro Wochenende den Zoo besucht, jetzt waren es etwa 200. Problematisch sei dies bisher noch nicht geworden. «Wir haben genügend Parkplätze, die Leute kommen und gehen gestaffelt», so Bauder. Allerdings hätten nicht alle Besucherinnen und Besucher die Parkplätze gefunden: «Ein paar Leute haben vor dem Feuerwehrmagazin parkiert, das geht natürlich gar nicht.» Deshalb habe der Zoo zusammen mit der Gemeinde die Parkplätze neu angeschrieben.

Für den Betrieb ist die steigende Besucherzahl positiv, ja sogar nötig. Er ist auf Unterstützung von aussen angewiesen. Nebst privaten Spendern haben auch Stiftungen Kontakt mit Johns kleiner Farm aufgenommen. Bauder zeigt auf ein etwas in die Jahre gekommenes Gehege und sagt: «Wir haben gute Chancen, dass die Sanierungskosten von einer Stiftung übernommen werden.» Er schnappt sich eine Schale mit Tierfutter und schiebt die Tür des Geheges auf.

Qualität hat Priorität

Als er die Anlage betritt, kommen bereits die ersten neugierigen Tiere angelaufen. Ein Chinesischer Muntjak frisst ihm aus der Hand. Obwohl der Zoo Sparmassnahmen eingeleitet hat, könne er beim Futter der Tiere nicht sparen. «Ich würde nie qualitativ schlechteres Futter einzukaufen, sondern dann eher das Konzept ändern», so Bauder. Dafür habe sich der Betrieb damit auseinandergesetzt, wie weniger Strom und Wasser verbraucht werden könnten. «Wir werden alles daransetzen, dass der Zoo eine Zukunft hat.»

Das Crowdfunding für die Rettung von Johns kleiner Farm läuft noch elf Tage weiter. Bisher haben rund 800 Personen gespendet. Sie werden nach Ablauf der Spendenfrist ihre Belohnungen im Zoo einlösen. Sie besuchen beispielsweise Fütterungen, Workshops zu gewissen Tierarten oder feiern ihren Geburtstag auf Johns kleiner Farm. Dadurch wird die Besucherzahl des Zoos auch in den kommenden Monaten nicht sinken.

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