Nach Cupfinal: Zehn Hooligans angezeigt

Bern

Pyros, Sachbeschädigung, Diebstahl: Im Nachgang zum Cupfinal vom Mai 2018 in Bern hat die Polizei zehn Männer angezeigt. Die Tankstellenplünderer befinden sich nicht darunter.

Wegen des FCZ-Fanmarsches gingen mehrere Anzeigen wegen Sachbeschädigung ein. Die Schadenssumme beträgt mehrere tausend Franken.

Wegen des FCZ-Fanmarsches gingen mehrere Anzeigen wegen Sachbeschädigung ein. Die Schadenssumme beträgt mehrere tausend Franken.

(Bild: Raphael Moser)

Michael Bucher@MichuBucher

Wer am 27. Mai letzten Jahres einen gemütlichen Sonntagmorgen in der Stadt Bern verbringen wollte, hatte Pech gehabt. Tausende Fussballfans des FC Zürich und der Young Boys marschierten auf getrennten Routen durch die Innenstadt bis zum Stade de Suisse, wo nachmittags der Cupfinal angepfiffen wurde. Schlachtgesänge, Knallpetarden, Pyros und massive Polizeipräsenz prägten an diesem Vormittag das Stadtbild.

Insbesondere die Ultras des FC Zürich fielen negativ auf. Bereits auf den Perrons in der Bahnhofhalle zündeten sie Knallpetarden – zwei Unbeteiligte meldeten später ein Hörtrauma. Auf ihrem bewilligten Fanmarsch über die Lorrainebrücke und durchs Wylerquartier sprayten Vermummte Wände an, urinierten an Fassaden, kletterten auf Balkone, um YB-Fahnen herunterzureissen, und – als negativer Höhepunkt – an der Standstrasse raubten ein paar FCZ-Fans die Coop-Tankstelle aus.

Rangelei beim Einlass

Rund acht Monate später hat die Kantonspolizei Bern ihre Ermittlungen abgeschlossen. Die Bilanz: Sie hat zehn Männer zwischen 20 und 38 Jahren angezeigt, wie sie am Mittwoch in einer Medienmitteilung festhält. Drei von ihnen konnte die Polizei noch am Spieltag anhalten, die anderen sieben wurden in den darauffolgenden Ermittlungen identifiziert.

Die meisten Anzeigen betreffen das Zünden von Knallpetarden und Pyros. Sieben Personen müssen sich deshalb wegen Widerhandlungen gegen das Sprengstoffgesetz verantworten. In drei dieser Fälle zeigt die Polizei die Männer auch wegen Verstosses gegen das kantonale Vermummungsverbot an.

Eine Person wurde wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte, zwei weitere wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung angezeigt. Sieben der zehn Angezeigten bekommen zudem ein Rayonverbot aufgebrummt, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Die Kantonspolizei gibt nicht bekannt, wie viele der angezeigten Männer YB-Fans sind. Beide Fanlager seien betroffen, heisst es nur. Bekannt ist jedoch, dass jene zwei Männer, welche eine Anzeige wegen Ungehorsams gegen eine amtliche Verfügung am Hals haben, aus dem Fanlager des FCZ stammen. Die beiden Chaoten trugen Pyros auf sich und wurden beim Einlass ins Stadion übergriffig gegenüber dem Sicherheitspersonal. So stand es damals in einer Medienmitteilung der Polizei.

Plünderer nicht identifiziert

Nicht identifizieren konnte die Polizei jedoch jene FCZ-Anhänger, die am Rande des Fanmarsches die Coop-Tankstelle im Wylerquartier plünderten. Deshalb reichte sie Anzeige gegen unbekannt ein. Auf mehrere Tausend Franken wurden damals der Sachschaden und der Wert des Diebesguts beziffert.


Laden Sie unsere kostenlose News-App herunter


Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt