Museum kämpft um Fördergelder

Schwarzenburg

Das Regionalmuseum Schwarzwasser wird vom Kanton nicht als regional bedeutende Kulturinstitution auf­ge­nommen. Jetzt wird versucht, mehr Geld von Gemeinden und Institutionen zu kriegen.

Die Verantwortlichen des Regionalmuseums, Ruedi Krebs (links) und Simon Schweizer, suchen andere Finanzierungsquellen.

Die Verantwortlichen des Regionalmuseums, Ruedi Krebs (links) und Simon Schweizer, suchen andere Finanzierungsquellen.

(Bild: Stefan Anderegg)

Das hat die Museumsverantwortlichen und die Gemeinde auf dem falschen Fuss erwischt: Trotz professionell gestalteten Ausstellungen verwehrt der Kanton dem Regionalmuseum Schwarzwasser Fördergelder. Der Antrag der Gemeinde Schwarzenburg, das Museum in die kantonale Liste der regional bedeutenden Kulturinstitutionen aufzunehmen, wurde damit abgeschmettert.

Dabei steigen die Besucherzahlen stetig. Hatten früher höchstens 500 Personen die Ausstellungen besucht, waren es bei «Lenin in Zimmerwald» schon fast 2000. Und die derzeitige Ausstellung «Verdingkinder» wird voraussichtlich auf eine ebensolche Zahl kommen. «Und das, obschon das Museum nur an Sonntagen, Feiertagen und an Markttagen nachmittags geöffnet ist», sagt Ruedi Krebs, Präsident des Vereins Regionalmuseum Schwarzwasser.

Der Kampf ums Geld

Im Budget der Gemeinde Schwarzenburg sind rund 45 000 Franken als festgebundene Ausgaben für auswärtige kulturelle Institutionen vorgesehen. Dass so viel Geld nach auswärts fliesse, sei nicht immer leicht nachzuvollziehen, sagte Gemeinderat Daniel Schmied gegenüber der «Gantrisch Post». «Zumal wir eigentlich lieber Institutionen in der Gemeinde unterstützen möchten.» Schmied betonte, dass die Gemeinde die lokale Kultur im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstütze. Dazu Ruedi Krebs: «Die Gemeinde unterstützt uns schon heute mit einem namhaften Betrag. Zudem können wir zwei Räume als Lager für wenig Geld nutzen.»

Es sei ein Kampf ums Geld, seufzt Ruedi Krebs. Aber er kämpft für «sein» Museum. So seien kürzlich sämtliche Gemeinden im Perimeter des Naturparks angeschrieben worden mit der Bitte, einen regelmässigen Beitrag zu leisten. Wir schlugen vor, dass uns die Gemeinden 82 Rappen pro Einwohner zukommen lassen.» Dazu hätten sich bis jetzt immerhin die Längenberg-Gemeinden bereit erklärt, freut sich Krebs. Allerdings stünden viele Antworten noch aus. «Etliche Gemeinden haben bis jetzt weder ab-, noch zugesagt.»

Mit jährlich 30 000 bis 40 000 Franken könnte das Museum weiterhin professionell gemachte Ausstellungen bieten. Bis jetzt betrug das Budget jeweils um die 12 000 Franken. Für die restlichen Kosten wurden Abstriche gemacht und viel Eigenleistungen erbracht. Erst wenn klar ist, wie viel Geld in Zukunft hereinkommt, kann geplant werden.

Kurator zu 20 Prozent

Die letzten, erfolgreichen Ausstellungen im Museum hat Kurator Simon Schweizer konzipiert. Der Kulturmanager hat seit rund zwei Jahren eine 20-Prozent-Anstellung dank einem einmaligen Beitrag für Strukturüberprüfung. «Jetzt müssen wir schauen, in welchem Rahmen meine Anstellung überhaupt noch möglich ist. Die Idee wäre schön, weiterhin professionell gestaltete Ausstellungen zu zeigen», sagt Schweizer. Der, wie Ruedi Krebs betont, Arbeit für das Regionalmuseum leistet, die weit über den bezahlten 20 Prozent liegt. Die steigenden Besucherzahlen wirken jedoch ermunternd auf Schweizer und die Museumsverant­wortlichen. Ebenfalls die Zusage etlicher Naturparkgemeinden, in Zukunft regelmässig einen höheren Beitrag an das Museum zu leisten.

Berner Zeitung

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