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Museum ehrt lokale Grössen

Die neue Sonderausstellung des Museums Schloss Laupen porträtiert 17 Menschen, die in der Region Spuren hinterlassen haben. Etwa Geschäftsmann Georges Wander oder Schulvorsteher Serge Leuenberger.

Im Rittersaal des Museums, umgeben von Porträts: Silla Kamber und Fritz Marschall.
Im Rittersaal des Museums, umgeben von Porträts: Silla Kamber und Fritz Marschall.
Nicole Philipp

Mit seriösem Ausdruck blickt Georges Wander einem ins Gesicht, auf dem schwarzweissen Bild des Plakats trägt er Anzug und Krawatte. Zwischen 1937 und 1967 leitete der propere Mann die Wander AG, den Lebensmittel- und Pharmabetrieb in Neuenegg. Dieser gilt auch heute noch als einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region und ist besonders für ein Produkt bekannt: die Ovomaltine.

«Georges Wander war ein Geschäftsmann – er hat aus der Firma einen Weltkonzern gemacht und den Standort in Neuenegg ausgebaut», erzählt Fritz Marschall. Als einer der Verantwortlichen für das Museum Schloss Laupen hat er Wanders Biografie zusammengefasst. Alles, was er über den Grossindustirellen Wander herausfinden konnte, steht heute auf dem grossen Plakat, das im Schloss Laupen hängt.

Das Porträt ist Teil der neuen Sonderausstellung «Sie hinterliessen Spuren in der Region Laupen», welche am Samstag im Schlossmuseum eröffnet wird. 17 mittlerweile verstorbene Personen blicken von den Wänden auf die Besucherinnen und Besucher nieder – hauptsächlich Männer.

Nur eine Frau hat es in die Auswahl geschafft: die Geschichtenerzählerin Ruth Güdel. «Das hat wohl etwas mit dem früheren Zeitgeist zu tun», erklärt Silla Kamber, Marschalls Kollegin. «Dafür haben wir auch immer die Ehefrauen der Männer erwähnt. Immerhin waren sie es, die ihnen den Rücken freihielten.»

Der frühere Arbeitskollege

Als Teil der fünfköpfigen Arbeitsgruppe beschäftigten sich Kamber und Marschall mit je drei Personen. Sie recherchierten, unterhielten sich mit Zeitzeugen, durchforsteten Archive – und fanden sogar Tonaufnahmen, welche sich die Besucher an­hören können. «Das war enorm spannend», schwärmt Silla Kamber, «eine richtige Detektivarbeit.»

Es habe aber auch Fälle gegeben, bei denen das Porträt schnell geschrieben war. Etwa jenes über den Schulvorsteher Serge Leuenberger. «Weil ich mit ihm zusammen gearbeitet hatte, fiel mir seine Biografie besonders leicht», erzählt die ehemalige Lehrerin.

Leuenberger, 1929 in St. Gallen geboren, arbeitete erst als Lehrer an der Sekundarschule Laupen und übernahm später auch das Amt des Schulvorstehers. Er sei ein unspektakulärer, aber gerechter Lehrer gewesen, erzählt Kamber. Zudem galt er als Kulturförderer, der etwa das Theaterkollektiv Die Tonne ins Leben rief, oder als Umweltschützer – einer der ersten Laupner mit Sonnenkollektoren auf dem Hausdach.

Während Silla Kamber der Text über Leuenberger leicht von der Hand ging, sei eher das Auftreiben der Bilder eine Herausforderung gewesen: «Serge war kein Mensch, der sich vor die Kamera drängte.» Irgendwann wurde sie aber doch fündig: Heute strahlt Leuenberger den Besuchern mit breitem Lächeln und verwuschelten Haaren entgegen.

Samstag, ab 10.30 Uhr, wird die Ausstellung mit Vorträgen von Zeit­zeugen eröffnet. Mehr Infos unter stiftung-schlosslaupen.ch.

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