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Müller überflügelt Knecht

Es kommt zu einer Stichwahl ums vollamtliche Gemeindepräsidium. Im ersten Wahlgang schlug Herausforderer Bänz Müller (SP plus) den Bisherigen Eduard Knecht (FDP) um über 140 Stimmen. In zwei Wochen wird es aber eng.

Hans Ulrich Schaad/erh
Bänz Müller (rechts) hatte nicht damit gerechnet, dass er im ersten Wahlgang am meisten Stimmen erhalten würde.
Bänz Müller (rechts) hatte nicht damit gerechnet, dass er im ersten Wahlgang am meisten Stimmen erhalten würde.

Eduard Knecht landete gestern gleich zweimal «nur» auf Platz 2. Auf der Gemeinderatsliste der FDP musste er sich Michael Hänzi geschlagen geben. Und im Kampf ums Gemeindepräsidium überflügelte ihn Bänz Müller um über 140 Stimmen. Müller und Knecht stehen sich am 8.Dezember in der Stichwahl gegenüber. Am Abend nach der Bekanntgabe der Resultate in Uettligen gaben sich die beiden kurz die Hand. Für ein gemeinsames Foto war Knecht aber nicht bereit.

Rückstand aufholbar

Das Resultat selber war für Eduard Knecht keine Überraschung. Er nahm den zweiten Platz sportlich hin. «Ich bleibe zuversichtlich für die Stichwahl», erklärte er. Auch FDP-Präsident Christian Lauterburg bezeichnete die Ausgangslage nach wie vor als gut. «Der Rückstand ist aufholbar», sagte er. Wohlen wähle bürgerlich. «Es gibt keinen Grund, warum Knecht seine Arbeit nicht weiterführen soll», ergänzte der FDP-Präsident. Er rechnet zudem damit, dass die BDP den bürgerlichen Kandidaten Knecht in der Stichwahl unterstützen werde.

«Wir werden Edi Knecht zur Wahl empfehlen», sagte Bernhard Berger, Präsident der BDP. «Das hat der Vorstand beschlossen.» Er könne seine Wähler aber nicht zwingen. Mindestens eine BDPlerin wird wohl ausscheren: Anita Herrmann, die selber fürs Präsidium kandidiert hatte. Sie sagte es zwar nicht konkret, aber: «Für mich kommt der Mensch vor der Partei.» Der zukünftige Präsident müsse andere Meinungen akzeptieren können, den Menschen respektieren und die Bevölkerung mit einbeziehen.

Stichwahl erzwungen

Bernhard Berger hatte gehofft, dass Anita Herrmann mehr Stimmen macht. «Wir haben die Quittung für die Kampfkandidatur erhalten», glaubte er. Dadurch seien die Bürgerlichen mobilisiert worden, und Bänz Müller wäre jetzt gewählt. Denn Müller habe im «oberen Teil der Gemeinde» einen grossen Rückhalt. «Wir brauchen die Stimmen der BDP», sagte Karl Gorsatt, Präsident der SVP. Seine Partei steht vorbehaltlos hinter Eduard Knecht.

Es wird eng

Bänz Müller ist von seinem Resultat «positiv» überrascht: «Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich den amtierenden Präsidenten schlage», sagte der aktuelle Vizegemeindepräsident, der das absolute Mehr von 1871 Stimmen verfehlte. Trotzdem ist Müller für die Stichwahl zurückhaltend: «Es wird sehr eng werden.» Mit einem knappen Resultat rechnete auch Martin Lachat, Präsident der SP plus. «Hoffentlich zugunsten von Bänz Müller.» Denn ein Wechsel an der Spitze der Gemeinde sei nötig. Er hofft, dass auch einige BDP-Wähler das so sehen.

Deutlich abgeschlagen auf dem letzten Platz landete Maria Iannino (Grüne). «Damit musste ich rechnen», ist sie gefasst. Die Grünen werden Bänz Müller unterstützen.

Im ersten Wahlgang konnten die beiden bürgerlichen Kandidaturen total rund 100 Stimmen mehr auf sich vereinigen als die beiden Rot-Grünen. In zwei Wochen, wenn die Stimmbeteiligung tiefer ist, wird es darauf ankommen, wer besser mobilisieren kann. Laut Bänz Müller wird es in dieser Stichwahl mehr um Köpfe als um Parteien gehen. Der Wahlkampf werde nicht mehr so intensiv sein: «Die Meinungen sind gemacht.» Wie eng es am 8.Dezember sein könnte, umschrieb BDP-Präsident Berger: «Es wird eine Lotterie.»

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