Zum Hauptinhalt springen

Mozart jenseits der Komfortzone

Bewegte Seelenmesse: Die Camerata Bern und das Vokalensemble ardent präsentierten Mozarts Requiem in einem unkonventionellen Rahmen. Ein anregendes Projekt, das aber musikalisch seinen Preis hatte.

Am Tag des Zorns rotten sie sich zusammen. Ist es ein Angstknäuel oder ein Kraftknäuel? «Dies irae», singt der Chor, «Quantus tremor est futurus – welches Zittern wird sein.» Und die Violinen rasen schauderhaft dahin.

Kaum hat Mozarts Requiem begonnen, schon tagt das Jüngste Gericht. Die Musik ist in Aufruhr, und doch hat alles seine Ordnung. Normalerweise. In branchenüblichen Aufführungen haben alle ihren festgefügten Platz: hier das Orchester, dort der Chor, da die Solisten. An diesem Abend aber ist das Schema aufgebrochen. Das Schema des Konzertrituals. Und die konventionelle Ordnung des heiligen Raums.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.