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«Moospinte» bald nur noch ein Wohnhaus?

Der erste Investor hatte zu wenig Geld. Der zweite zu wenig Qualität. Bleibt der dritte. Dieser will die «Moospinte» nur noch als Wohnhaus nutzen. Oskar Marti möchte sein Restaurant allerdings lieber an einen Wirt verkaufen.

Er habe in den letzten Monaten mit drei Interessengruppen verhandelt, sagt Oskar Marti, Wirt, Küchenchef und Besitzer der «Moospinte» bei Münchenbuchsee. Der erste Investor habe nicht genügend Geld gehabt. Beim zweiten habe ihm die Qualität seines gastronomischen Angebots missfallen. «Beide sind nicht mehr im Rennen», so Oskar Marti. Mit der dritten Gruppe schliesslich verhandelt er noch: Es sind Käufer, welche die «Moospinte» zu einem Wohnhaus umgestalten wollen. Mit dem Preis runterOskar Marti, 62, «Chrüter Oski», hat im letzten Sommer erklärt, dass er verkaufen wolle. Seither habe er verschiedene Angebote erhalten, sagt er heute. Details verrät er nicht, unklar bleibt auch, wer hier Wohnungen einrichten möchte. Doch ist bekannt, wie viel Geld Oskar Marti für sein Restaurant will. Der Betrieb sei auf 3 Millionen Franken geschätzt, sagt er. Im letzten Sommer bot er das 3300 Quadratmeter grosse Grundstück samt Haus, Restaurant und Inventar in einem Inserat für 2,6 Millionen an. Jetzt spricht Oskar Marti von bloss noch 2,4 Millionen Franken und lässt durchblicken, dass auch diese Summe verhandelbar sei. Die «Moospinte» hat 17 Gault-Millau-Punkte und gehört zur obersten Liga der Schweizer Gastronomie. Oskar und Ursula Marti führen und besitzen den Betrieb seit 1985. «Wir wollen, dass die ‹Moospinte› in gute Hände kommt», betont Oskar Marti. Trotz der Finanzwirren habe er 2008 einen Rekordumsatz erzielt. In den ersten Monaten des neuen Jahres sei das Geschäft nicht eingebrochen: «Wir müssen nicht, sondern wollen verkaufen.» Als Wohnhaus hat die «Moospinte» Vor- und Nachteile: Sie liegt im Grünen neben dem Golfplatz nahe beim Moossee. Das 170-jährige Gebäude steht aber auch neben der Kantonsstrasse zwischen Schönbühl und Schüpfen. Schön wohnen statt gediegen wirten: Marti betrachtet diese Umnutzung als letzte Möglichkeit. Eigentlich wünsche er, dass die «Moospinte» eine Gastwirtschaft bleibe. «Die Tradition und unser Ruf verpflichten uns dazu.»Der Koch spürt es im Bauch«Chrüter Oskis» Ruf: Er gilt bei den Gourmets als Legende. Als einer der Ersten verwendete er in den 80er-Jahren Wildkräuter für seine Kreationen, Brennnesseln etwa. Überdies hat er 15 Kochbücher veröffentlicht. Leute mit so viel Gespür für feines Essen müssen viel Bauchgefühl haben. «Ich spüre es im Bauch, dass wir die Moospinte bis Ende Jahr verkauft haben», sagt Oskar Marti.

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