Denkpause oder «Go» in der Schulhausfrage

Herrenschwanden

Ende März entscheidet die Gemeindeversammlung Kirchlindach, ob in Herrenschwanden ein neues Schulhaus gebaut wird. Oder ob es vorerst eine Denkpause gibt,wie das eine Initiative ­verlangt.

Wie geht es mit dem Schulhaus weiter? Auf diesem Rasenplatz soll der Neubau zu stehen kommen.

Wie geht es mit dem Schulhaus weiter? Auf diesem Rasenplatz soll der Neubau zu stehen kommen.

(Bild: Urs Baumann)

Hans Ulrich Schaad

Es ist eine beinahe unendliche Geschichte, die Schulraumplanung in Herrenschwanden. Und vielleicht geht sie eine Zusatzrunde. Zwar beantragt der Gemeinderat Kirchlindach an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 26. März einen Kredit von rund 10 Millionen Franken für einen Neubau. Doch vielleicht wird darüber erst gar nicht abgestimmt: Denn als vorheriges Traktandum wird über eine Gemeindeinitiative entschieden. Diese verlangt, dass über die Schulstandorte nochmals grundsätzlich diskutiert wird.

Ungeachtet der eingereichten Initiative hat der Gemeinderat das Neubauprojekt vorangetrieben. Denn die Gemeindeversammlung habe im Dezember 2014 mit grossem Mehr den Gemeinderat mit der Projektierung beauftragt, begründet Gemeindepräsident Werner Walther (parteilos). Im Juni 2016 wurde zudem ein Nachkredit bewilligt.

«Die Projektbereinigung befindet sich in der Endphase, es sind noch wenige Details zu regeln», sagt Werner Walther. Die Gemeinde lässt das Schulhaus durch ein Generalunternehmen erstellen – zu einem fixen Preis. Deshalb wollen sich beide Seiten über alles absichern, damit es am Schluss keinen Streit gibt, etwa wegen der Kosten.

Räume optimal anordnen

Werner Walther ist überzeugt, dass mit dem Neubau die richtige Lösung für die Schule Kirch­lindach-Herrenschwanden vorgelegt werden kann. Ein grosser Vorteil gegenüber einer Sanierung sei die Tatsache, dass man kein Provisorium benötige – eine grosse Erleichterung für den Schulbetrieb. Zudem könnten die Räume optimal angeordnet werden ohne Einschränkungen durch bestehende Gebäudestrukturen.

Ursprünglich war im Lauf der jahrelangen Planung eine Sanierung des bestehenden Schulhauses mit Erweiterung vorgesehen. In einer zweiten Phase war von einem Teilabriss, einer Sanierung und einer Erweiterung die Rede.

Erst beim Projektwettbewerb kam ein kompletter Neubau aufs Tapet und überzeugte die Jury. Das nicht mehr benötigte Schulhaus soll später abgerissen, das Land für Wohnbauten umgezont werden. «Eine willkommene Gelegenheit, der Gemeindekasse später wieder einen Zustupf zukommen zu lassen», freut sich Werner Walther.

Zusätzliche Optionen

Das neue Schulhaus mit integrierter Normturnhalle wird auf dem nördlichsten Teil des heutige Sportplatzes zu stehen kommen. Dieser soll wiederum auf dem angrenzenden Feld – es gehört der Gemeinde und ist eingezont – neu gebaut werden. Etwas grösser, damit der Platz für den Neunerfussball genutzt werden kann.

In der Abstimmung über das Projekt Ende März kann der Souverän noch über verschiedene Optionen entscheiden. So etwa über eine Beleuchtung und einen Kunstrasen für den Sportplatz sowie einen Bühnenanbau.

So soll der Neubau dereinst aussehen. Visualisierung: PD

Wegen der Höhe des Neubaus respektive der Messweise für die Gebäudehöhe muss das Baureglement leicht angepasst werden. Aktuell liegt diese «geringfügige Änderung» öffentlich auf.

Am 1. März kommt es zu einem ersten Abtasten der beiden Lager. Der Gemeinderat stellt an einem Informationsabend das Neubauprojekt vor. Dieses stehe im Zentrum und nicht die Initiative, sagt Gemeindepräsident Walther. Der Gemeinderat sei überzeugt, dass die Mehrheit die heutigen Schulstandorte begrüsst.

Auf neutralem Boden

Die Initianten werden sich aber bemerkbar machen und ihre Standpunkte auf den Tisch legen, sagt Peter Rub vom Komitee. In der Botschaft für die Gemeindeversammlung erhält das Initiativkomitee die Möglichkeit, seine Argumente darzulegen.

Die Versammlung findet übrigens auf neutralem Boden statt. Wegen der erwarteten hohen Beteiligung und mangels geeigneten Lokals in der Gemeinde Kirch­lindach kommt es am 26. März in der Turnhalle Ortschwaben (Gemeinde Meikirch) zum Showdown.

Berner Zeitung

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