Die Schulhausfrage

Kirchlindach

Die Mehrheit der Parteien befürwortet den Schulhausneubau in Herrenschwanden und ist gegen eine Initiative, die einen Marschhalt fordert.

Wie weiter? Das in die Jahre ­gekommene Schulhaus Herrenschwanden beschäftigt die Behörden von Kirchlindach intensiv. Ein Neubau ist umstritten.

Wie weiter? Das in die Jahre ­gekommene Schulhaus Herrenschwanden beschäftigt die Behörden von Kirchlindach intensiv. Ein Neubau ist umstritten.

(Bild: Urs Baumann)

Hans Ulrich Schaad

Seit Jahren wird geplant, werden Varianten entworfen und verworfen. Das in die Jahre ­gekommene Schulhaus Herrenschwanden beschäftigt die Behörden von Kirchlindach intensiv. Am Montag entscheidet nun eine ausserordentliche Gemeindeversammlung, ob der untere Gemeindeteil ein neues Schulhaus erhält und das alte Gebäude später abgerissen wird.

Eine Gemeindeinitiative mit 283 Unterschriften fordert dagegen einen Marschhalt und stellt dabei auch die Frage, ob die Gemeinde zwei voll ­ausgebaute Schulstandorte braucht. Die Versammlung findet mangels genügend grosser Lokalität auf neutralem Boden in der Turnhalle Ortschwaben statt.

SP für «zeitgemässes» Schulhaus

Der Kredit für das Schulhausprojekt, rund 10,3 Millionen Franken, hat gute Chancen, angenommen zu werden. FDP, SP und die Ortsgruppe der BDP haben die Ja-Parole beschlossen. Die SP will mithelfen, «für die Kinder in Herrenschwanden rasch eine zeitgemässe Arbeits- und Lernumgebung zu schaffen», wie die Partei auf ihrer Website schreibt. Für die BDP ist das vorgeschlagene Projekt «überzeugend». Die FDP stimmt der Investition trotz der hohen Kosten zu, sie sei sinnvoll.

Die SVP wartet auf Antworten

Bei der SVP hänge das Stimmverhalten davon ab, schreibt Parteipräsident Marc Aeberhard, wie es dem Gemeinderat ­gelinge, die offenen Fragen zu beant­worten und das verloren gegangene Vertrauen bei der Bevölkerung wieder­herzustellen. Denn ein neues Schulhaus allein mache noch keine gute Schule.

Bevor die Versammlung über den Kredit abstimmt, geht es um die Gemeindeinitiative «Schulstandorte am richtigen Ort mit tragbaren Finanzen». Es sei nicht nur der Neubau, der die Initiative ausgelöst habe, betont das Komitee. Ihm fehle eine Gesamtsicht über alle anstehenden Investitionen. Die Initianten fragen sich, ob es richtig sei, ein Objekt für 10 Millionen Franken, ohne alle Investitionen zusammen, zu prüfen?

Einer oder zwei Standorte?

Der Gemeinderat Kirchlindach unterbreitet der Versammlung einen Gegenvorschlag. In diesem schlägt er vor, dass die Gemeinde über die Schulstandorte Kirchlindach und Herrenschwanden verfüge, je mit Kindergarten und Primarschule. Und es werde angestrebt, dass jedes Kind den Unterricht an jenem Standort besuchen kann, der für seinen Schulweg optimal ist.

Die FDP unterstützt den Gemeinderat, hält an den zwei Schulstandorten fest und lehnt die Initiative ab. Die BDP will bei der Schulhausplanung «nicht ­zurück an den Start». Eine weitere Verzögerung sei nicht angebracht.

Das Schuldendach

Der Gemeinde Kirchlindach stehen in den nächsten Jahren grosse Investitionen bevor. Die Diskussion wird sich deshalb auch um die finanzielle Tragbarkeit all dieser Projekte und um die kaum zu umgehende Steuererhöhung drehen. Der Gemeinderat wird die Finanzstrategie erst an der ordentlichen Versammlung im Juni vorstellen.

An einem Informationsabend zum Schulhausprojekt stellte Gemeinderat Christoph Grosjean (SP) einige Leitplanken der Strategie vor. Diese sieht unter anderem ein Schuldendach von 15 Millionen Franken vor. Man werde Schulden machen müssen, und gemäss den Prognosen bleibe der Steuerfuss unter dem kantonalen Mittel von 1,72 Einheiten. Aktuell liegt der Steuersatz bei 1,50 Einheiten. Die Ortsgruppe der BDP wird jedenfalls ein wachsames Auge auf die Finanzen werfen und die Strategie im Juni kritisch hinterfragen.

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