«Momo» kann gebaut werden

Kirchlindach

Herrenschwanden erhält ein neues Schulhaus: Die Gemeindeversammlung hat einem Kredit von 10,3 Millionen Franken ­zugestimmt und eine Gemeindeinitiative abgelehnt.

So soll der Schulneubau in Herrenschwanden aussehen. Visualisierung: zvg/Hausammann Architekten AG

So soll der Schulneubau in Herrenschwanden aussehen. Visualisierung: zvg/Hausammann Architekten AG

Hans Ulrich Schaad

Die Erleichterung war gross. Die Gemeinderäte und die Projektverantwortlichen gratulierten sich gegenseitig. In der Turnhalle Ortschwaben gab es grossen ­Applaus. Soeben hatte die ausserordentliche Gemeindeversammlung Kirchlindach einem Neubau des Schulhauses Herrenschwanden mit grossem Mehr zugestimmt.

Gemeindepräsident Werner Walther (parteilos) stockte sogar leicht die Stimme, als er sich bei den über 320 Stimmberechtigten bedankte. Er hatte selber sechs Jahre lang an diesem Projekt mitgearbeitet.

Die Schulraumplanung Herrenschwanden hat mehrere Jahren gedauert. Varianten wurden ausgearbeitet und verworfen. Schliesslich kamen die Behörden von der Idee ab, das alte Schulhaus teilweise abzureisen, zu sanieren und zu erweitern. In Rahmen eines Projektwettbewerbs stellte sich heraus, dass ein Neubau mit anschliessendem Abriss des alten Gebäudes die wirtschaftlichste Variante ist.

Viele Investitionen stehen an

In dieser Projektphase trat ein Komitee auf den Plan. Es sammelte erfolgreich Unterschriften für eine Gemeindeinitiative. Diese verlangt bei der Schulraum­planung einen Marschhalt. Angesichts der bevorstehenden Gesamtinvestitionen, es ist von deutlich über 30 Millionen Franken die Rede, verlange er mehr Transparenz, sagte Mitinitiant Peter Rub an der Gemeindeversammlung.

Schliesslich müsse der Steuerzahler die Rechnung begleichen. Deshalb sei es nichts als normal, wenn man sich frage, ob das alles finanziell tragbar sei. Die Initianten verlangten auch eine Klärung, ob es sinnvoll sei, an zwei voll ausgebauten Schulstandorten festzuhalten.

Die Antwort der Versammlung zu letzterer Frage war deutlich. Sie lehnte nicht nur die Initiative haushoch ab. Sie genehmigte den Gegenvorschlag des Gemeinderats, bei dem die zwei Schulstandorte bekräftigt wurden.

Diese Abstimmungsresultate waren nach dem Verlauf der Diskussionen keine Überraschung. Zwar meldeten sich mehrheitlich Skeptiker zu Wort. So wurde nach dem Umfang der voraussichtlichen Steuererhöhung gefragt.

Oder ob man das Schulhaus bauen müsse oder wolle. Eine Votantin störte, dass man das alte Schulhaus abreissen werde. Applaus erhielt jene Frau, die endlich abstimmen wolle, die Meinungen seien nämlich gemacht.

Keine Extras

Das Schulhaus mit Turnhalle und der neue Sportplatz werden ohne Extras realisiert. Die Versammlung lehnte den Einbau einer Bühne sowie einen Kunstrasen und eine Beleuchtung für den Sportplatz ab.

Der Gemeinderat wurde zudem beauftragt, die Umzonung für die Parzelle mit dem alten Schulhaus vorzubereiten. Durch den Verkauf als Bauland rechnet die Gemeinde mit Einnahmen von gut 2 Millionen Franken.

Gemäss Zeitplan soll der Bau in rund einem Jahr beginnen. Die Inbetriebnahme ist für Frühling 2020 vorgesehen.

Berner Zeitung

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