Mitte will mehr als «Nause-Liste» sein

Bern

Die GLP setzt mit Maurice Lindgren einen Jungpolitiker als zweiten Vertreter auf die Gemeinderats­liste. Schöpft die Mitte ihr Potenzial aus, kann sie auf einen zweiten Sitz hoffen. Auf Kosten von FDP und SVP.

Nach EVP-Stadtrat Matthias Stürmer am Dienstag wurde gestern der nächste Politiker bekannt, der auf der Mitteliste für den Gemeinderat kandidieren will. Der 29-jährige Maurice Lindgren, gelernter Automechaniker und im letzten Semester seines VWL-Masters, tritt für die Nachwuchspartei der GLP an. Ihre Nominationen vorausgesetzt, schicken die Grünliberalen also mit Lindgren sowie Stadträtin und Co-Fraktionschefin Melanie Mettler zwei Personen ins Gemeinderatsrennen.

Lindgren ist Vorstandsmitglied der städtischen und der nationalen GLP. Vor vier Jahren kandidierte er auf der GLP-Einheitsliste für den Stadtrat, danach half er bei den Grossrats- und Nationalratswahlen eine JGLP-Liste zu zimmern und trat auch selber darauf an. Mit seiner Kandidatur für den Gemeinderat solle in erster ­Linie die Gemeinderatskandidatur Mettlers sowie die Stadtrats­liste der Jungpartei gepusht werden, sagt Lindgren. «Dazu schadet es meiner Ansicht nach nichts, wenn immerhin einer der Kandidaten unter 30 Jahre alt ist.» Bei den Stadtratswahlen hoffe die JGLP auf ihren ersten Sitz – wenn nicht gleich auf zwei.

Zwei Sitze? Den gleichen Traum – bezogen auf den Gemeinderat – hat EVP-Kandidat Stürmer für die Mitteliste. Er trete nicht gegen Gemeinderat Reto Nause (CVP) an, sagt Stürmer, und gleichzeitig sei er nicht bloss Steigbügelhalter auf der Liste, die mitunter «Nause-Liste» genannt wird. Nein: «Wenn wir gut mobilisieren, besteht eine Chance auf zwei Mittesitze.»

Vor dem Hintergrund, dass das RGM-Bündnis seine drei Sitze praktisch auf sicher hat – wenn schon, erscheinen vier sogar realistischer als bloss zwei –, würde dies bedeuten, dass die FDP ihren Sitz verlöre und die SVP erneut leer ausginge. Basierend auf den Resultaten der letzten Stadtratswahlen – und weil das Wahlsystem Bündnisse begünstigt –, ist dieses Szenario nicht ganz auszuschliessen. Stürmer zielt jedenfalls schon mal auf FDP-Gemeinderat Alex­andre Schmidt: «Schmidt hat mir gegenüber etwa im IT-Bereich viel versprochen, aber wenig gehalten.»

hae/BZ

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