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Mit mehr Betreuungsplätzen Familienexodus stoppen

Die Stadt Bern will für Familien attraktiver werden. Helfen sollen bessere Betreuungsangebote, mehr geeignete Wohnungen und die bessere Vernetzung bestehender Angebote.

Diese Ziele formuliert die Stadt nach Vorliegen des ersten Berner Familienberichts.

Den umfangreichen Bericht hat die Berner Fachhochschule im Auftrag des städtischen Jugendamts erarbeitet. Er zeigt gemäss einer Mitteilung der Stadt vom Freitag auf, wie sich die Lage der Familien in der Stadt Bern präsentiert, welche familienpolitischen Massnahmen die Stadt ergriffen hat und wie die Stadt weiter vorgehen sollte.

Fazit des Berichts ist, dass Bern Familien ein breites Spektrum moderner Dienstleistungen anbietet - von Beratung bis zum Kindesschutz. Der Grad an familienergänzender Kinderbetreuung sei in Bern im Vergleich zu anderen Deutschschweizer Städten hoch.

Bern schöpfe den familienpolitischen Handlungsspielraum aus. Familien sei es möglich, sich zu entfalten. Rund 14 Prozent der Familien lebten allerdings in Umständen, die sich negativ auf die Erziehung und Gesundheit der Kinder auswirkten.

Anzahl Familien hat sich halbiert

Im Bericht steht auch, dass sich die Zahl der Familien in der Bundesstadt zwischen 1970 und 2000 halbiert hat. Noch knapp 20 Prozent der Berner Haushalte bilden Familien. Im nationalen Durchschnitt sind es 30 Prozent.

Diesem Familienexodus will die Stadt Bern weiter entgegenwirken, wobei allerdings in den letzten Jahren die Zahl der Kinder in der Stadt stabil ist und die Anzahl Kleinkinder steigt.

Die bestehenden Angebote für Familien müssten erhalten und weiter ausgebaut werden, schreibt dazu die Direktion für Bildung, Soziales und Sport von Gemeinderätin Edith Olibet. Es brauche einen weiteren Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung. Auch die Elternbildung müsse gestärkt werden.

Bern müsse auch seine Vorzüge als Familienstadt besser bekannt machen und die bestehenden Angebote aufeinander - und auf veränderte Familienstrukturen - abstimmen. Im Bericht werden auch genügend Wohnungen für Familien gefordert, also solche mit vier oder mehr Zimmern.

Bessere finanzielle Rahmenbedingungen nötig

Der Verfasser der Studie, Dieter Haller, erklärte, die finanziellen Rahmenbedingungen für Familien mit tiefen und mittleren Einkommen seien schlecht. Deshalb stehe seit Jahren die Forderung im Raum, die Familienzulagen zu erhöhen und Steuererleichterungen zu gewähren.

Ausserdem müssten die Mütter leichter berufstätig bleiben können. Väter hätten sich mehr an der Kinderbetreuung zu beteiligen.

(SDA)

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