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«Mit Gewalt gegen einen Konflikt demonstrieren geht nicht auf»

Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) lobt den Polizeieinsatz vom Samstag. Die Organisatoren der Kundgebung hätten die Kon­frontation mit der Polizei gesucht, ein politischer Inhalt sei nicht vorhanden gewesen.

Demonstranten färben einen Brunnen symbolisch rot ein.
Demonstranten färben einen Brunnen symbolisch rot ein.
Raphael Moser
In der Spitalgasse setzte die Polizei...
In der Spitalgasse setzte die Polizei...
Jürg Spori
Im Kastenwagen werden sie zur Kontrolle ins Neufeld geführt.
Im Kastenwagen werden sie zur Kontrolle ins Neufeld geführt.
Jürg Spori
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Die Demoorganisatoren kritisieren, dass der Polizei­einsatz unverhältnismässig gewesen sei. Was sagen Sie dazu?Reto Nause:Dass gegen den Krieg in Afrin demonstriert wurde, war ein Vorwand. Die Organisatoren der Kundgebung sind der gewaltextremistischen Linken zuzuordnen. Ein politischer Inhalt war nicht vorhanden. Die Kundgebungsteilnehmer wollten Sachbeschädigungen verüben und suchten die Kon­frontation mit der Polizei.

Warum hat die Polizei die Kundgebung nicht von Anfang an unterbunden, sondern liess die Leute laufen? Wir hatten schon Dutzende Kundgebungen zum Thema Afrin. Wenn sie von kurdischer Seite organisiert wurden, waren sie zum grossen Teil friedlich. Bei der Kundgebung vom Samstag war die Polizei mit einem grossen Aufgebot präsent, da von der gewaltextremistischen Linken mobilisiert wurde. Nachdem die Polizei die Kundgebungs­teilnehmer abgemahnt hatte, entfernten sich einige Leute. Die anderen wurden eingekesselt. Die Polizei hat einen guten Einsatz geleistet.

239 Personen wurden ab­geführt. Darunter auch 40 Minderjährige. Ist das ein neues Phänomen? Es ist kein neues, aber ein schockierendes Phänomen. Gerade bei «Tanz dich frei» vor fünf Jahren wurden viele Jugendliche vorläufig festgenommen. Bei der Demonstration vom Samstag hielt die Polizei im Übrigen Leute aus der Szene unter anderem aus Bern, Zürich, Basel und der Westschweiz an.

Was passiert mit den Fest­genommenen? Sie müssen mindestens mit einer Verzeigung wegen Landfriedensbruchs rechnen. Das ist aber Sache der Staatsanwaltschaft. Ich hoffe, dass man die Leute, welche Sachbeschädigungen be­gangen haben, zur Rechenschaft ziehen kann. Das ist eine Frage der Beweisbarkeit.

Bereits werden neue un­bewilligte Kundgebungen an­gekündigt. Wird die Polizei die gleiche Taktik anwenden? Wir analysieren Kundgebung für Kundgebung und legen die entsprechende Strategie und Dok­trin fest. Gerade beim Thema Afrin haben wir schon alles erlebt: bewilligte Demonstrationen, unbewilligte Kundgebungen oder auch Spontankundgebungen. Die Kundgebung vom Samstag hat aber der Sache geschadet. Mit Gewalt gegen einen kriegerischen Konflikt demonstrieren geht nicht auf. Und klar: Es ist viel einfacher, wenn man den Dialog mit den Veranstaltern aufbauen kann. Das gibt für alle mehr Sicherheit.

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