Mit einer Nörgler-App gegen das Abfallproblem

In Zürich können Einwohner seit 2013 Schäden im öffentlichen Raum via App an die Verwaltung melden. Im Kampf gegen das Litteringproblem soll das Konzept nun auch in Muri eingeführt werden. Und künftig im ganzen Kanton.

Künftig sollen in Muri Mängel und Schäden im öffentlichen Raum per App gemeldet werden können.

Künftig sollen in Muri Mängel und Schäden im öffentlichen Raum per App gemeldet werden können. Bild: Manuela Matt

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Versprayte Haltestellen. Löchrige Strassen. Herumstehende Möbel. Tropfende Hydranten. Es gibt kaum eine Beanstandung, die auf der Plattform «Züri wie neu» noch nicht eingegangen ist.

Auf der Internetseite und der entsprechenden App können die Stadtzürcher seit 2013 Mängel und Schäden melden, die sie im öffentlichen Raum entdecken. Eine kurze Beschreibung und die Adressangabe reichen, dazu nach Wunsch ein Handyfoto des Mangels – und schon ist die Verwaltung informiert und kann sich um den Missstand kümmern.

Über 12'000 Beanstandungen

In Zürich ist das Tool, das sich rasch den Übernamen Nörgler-App eingehandelt hat, längst etabliert. Jetzt soll das Konzept auch in Muri versuchsweise eingeführt werden.

Die örtliche FDP hat am Dienstag im Parlament einen Vorstoss eingereicht. Sie will mit der App speziell dem Abfallproblem den Kampf ansagen. «In den letzten Jahren hat sich die Problematik des Litterings in unserer Gemeinde akzentuiert», heisst es im Motionstext.

Illegal deponierte und beschädigte Kehrichtsäcke, Verschmutzungen im Abfallbehälter sowie die Situation im Perimeter der Aare würden die Bevölkerung verärgern. Aufgrund von «unbekannten Meldewegen» könnten solche Mängel heute jedoch oft nicht ­genug zeitnah an die Behörden getragen werden. Hier soll die Nörgler-App Abhilfe schaffen.

Das Potenzial der App hat das Beispiel in Zürich bewiesen. Bisher wurden dort über 12'000 Beanstandungen gemeldet. Eine Umfrage der Forschungsstelle Digitale Nachhaltigkeit der Universität Bern unter Zürcher App-Nutzern hat ergeben, dass das Instrument äusserst gut ankommt.

«Wir haben festgestellt, dass die Funktion viele Einwohner anspornt, einen Beitrag an eine bessere Infrastruktur und eine intaktere Umwelt zu leisten», sagt Matthias Stürmer, Leiter der Forschungsstelle. Die Leute würden es zudem schätzen, den Behörden auf unkomplizierte und technisch einfache Weise ein Feedback geben zu können.

Idee soll Schule machen

Gut möglich, dass die Nörgler-App künftig nicht nur in Muri ein Thema sein wird. Matthias Stürmer – nebst seiner Forschungstätigkeit auch EVP-Parlamentarier in Bern – hat im Stadtrat ebenfalls einen Vorstoss eingereicht.

Vor kurzem hat zudem der Verein Hauptstadtregion Schweiz die Idee aufgenommen und strebt nun eine flächendeckende Einführung eines Schadenmelders im Kanton Bern und darüber hinaus an. (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.01.2018, 11:36 Uhr

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