Mit den Ferienfliegern kehrt das Leben zurück

Belp

In den Frühlingsferien zieht es viele ans Mittelmeer. Nach der Ruhe der Wintermonate bescheren die Sonnenanbeter dem Flughafen Bern wieder mehr Betrieb.

Helvetic startet heute mit ihrem Sommerflugplan. Foto: Michael Kafader

Helvetic startet heute mit ihrem Sommerflugplan. Foto: Michael Kafader

Julian Witschi

Seit Oktober ist die Anzeigetafel leer. Das Terminal blieb verwaist, wenn es nicht gerade an einigen Abenden zum Tanzlokal umgenutzt wurde. Die Berner Airline Skywork ist zwar definitiv verschwunden. Doch ab Samstag herrscht wieder ein bisschen Betrieb an den Gates.

Die Helvetic Airways startet am Wochenende vor Ostern ins Sommerhalbjahr mit Flügen nach Olbia (Sardinien) und Jerez (Andalusien). An Ostern folgt die Verbindung nach Palma (Menorca). Im Mai beginnen dann die Fluggesellschaften Zimex und People’s mit ihren Flügen nach Elba respektive Mahón (Menorca). Die Charterflüge erfolgen im Auftrag von Reiseveranstaltern. Im Oktober ist für das Winterhalbjahr wieder Schluss.

Der neue Flughafenchef Urs Ryf will daran arbeiten, dass doch wieder ganzjährig Linienflüge ab Bern stattfinden. Er denkt dabei zum Beispiel an Verbindungen zu Hubs wie München oder London und an das Flugzeug vom Typ Embraer 190, wie er Anfang April dieser Zeitung sagte. Die Embraer 190 mit 100 bis 110 Sitzplätzen passe perfekt nach Bern und zur vergleichsweise eher kurzen Piste.

Helvetic betreibt elf Flugzeuge

Just ein solches Flugzeug setzt Helvetic ein, ab Samstag wieder ab Bern-Belp. Die Airline von Finanzinvestor Martin Ebner flottet ihre älteren Maschinen vom Typ Fokker 100 aus. Diesen Sommer betreibt Helvetic 11 Flugzeuge, 2 Fokker 100 und 9 Embraer E190-E1. Im September soll die erste von zwölf neuen Maschinen der zweiten Generation E190-E2 ­folgen.

Diese Umflottung sei der Grund, warum Helvetic im Moment weniger Flugzeuge als sonst bewege, sagte Unternehmenssprecher Mehdi Guenin. Damit ist auch das Angebot von Helvetic ab Bern kleiner als noch in früheren Jahren. Zuletzt setzte Helvetic eine Fokker 100 ab Bern ein, in früheren Jahren war es aber auch schon eine E190-E1.

Mit dem Stand der Auslastung für die Sommersaison sei Helvetic zufrieden, führte Guenin aus. Zahlen nennt die Airline aber nicht. Auf die Frage nach einem Ausbau des Angebots ab dem Belpmoos sagt Guenin zwar: «Helvetic Airways beobachtet zurzeit die Entwicklung des Marktes am Flughafen Bern sehr genau.»

Kurzfristig sei jedoch nicht geplant, eine Basis in Bern erneut zu eröffnen oder hier Fluggeräte zu stationieren. «Zum heutigen Zeitpunkt» sei nach wie vor nicht vorgesehen, einen Linienverkehr während des ganzen Jahres in Bern zu betreiben.

Nach dem Grounding von Skywork am 29. August 2018 hatte die österreichische Airline Jet Class zwar ein paar Wochen lang Linienflüge von Bern nach London und München durchgeführt.

In Luft aufgelöst

Allerdings richtete sich das Angebot mit luxuriös ausgestatteten Privatjets an zahlungskräftige Kunden: Mindestens 490 Euro kostete ein Flug nach München und 590 Euro nach London, pro Strecke, versteht sich. Jet Class hat sich aber wieder aus Bern zurückgezogen.

In Luft aufgelöst hat sich auch die Ankündigung der Genfer Airline La Nova, nach Bern zu kommen. Sie will die Lücke zwischen klassischen Fluglinien und Businessjet-Firmen schliessen. Dies zu entsprechenden Preisen. Der Start der Airline wurde bereits verschoben. Diesen Sommer soll es nun mit Verbindungen ab Genf und Zürich losgehen.

Auch die Swiss, deren Vorgängergesellschaft Crossair viele Jahre ab dem Belpmoos geflogen ist, hat bislang eine Rückkehr ausgeschlossen. Die Flughafenverantwortlichen geben aber die Hoffnung nicht auf und führen weitere Gespräche mit Airlines. Das gilt auch für den letzte Woche angekündigten Ausbau des Flughafens, unter anderem um ein Zentrum für Drohnen und elektronische Flugtaxis.

Berner Zeitung

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