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Mit dem Wechsel wird der Schulkreis zweisprachig

Eltern in Cressier können neu die Unterrichtssprache ihrer Kinder wählen. Das ruft Skeptiker auf den Plan, die beim französischsprachigen Unterricht im Dorf bleiben wollen.

Weiterhin Französisch oder künftig doch Deutsch? In Crissier haben die Eltern die Wahl. Symbolbild: Keystone
Weiterhin Französisch oder künftig doch Deutsch? In Crissier haben die Eltern die Wahl. Symbolbild: Keystone

«Die Zweisprachigkeit, ein wesentlicher Grundbaustein des Kantons»: Das schreibt der Freiburger Staatsrat auf eine Anfrage von Grossrat Philippe Savoy (SP, Corpataux). Hintergrund dieses parlamentarischen Vorstosses ist der vorgesehene Beitritt der mehrheitlich französischsprachigen Gemeinde Cressier zum Primarschulkreis Murten.

Im Januar hatte der Gemeinderat die entsprechende Konvention unterzeichnet. Sie gibt den Eltern die Wahlfreiheit, ihre Kinder auf Deutsch oder Französisch einzuschulen statt wie bisher nur auf Französisch. Weil sie um das sprachliche Gleichgewicht fürchteten, legten Bürger gegen diesen Entscheid Rekurs ein.

«Die ­Integration französisch- und deutschsprachiger Kinder in der Schule von Cressier wird durch den neu gebildeten Schulkreis mit Murten nicht infrage gestellt», führt der Staatsrat in seiner Antwort an Savoy fest. Er bestätigt, dass die deutschsprachigen Eltern ab dem Schuljahr 2017/2018 ihre Kinder in Murten in die deutschsprachige Schule schicken können, ohne beim Schulinspektorat ein Gesuch einzureichen. Sie zahlen auch kein Schulgeld und auch nichts an den Schülertransport. Allerdings hätten sich für das erste Schuljahr keine Eltern für diese Möglichkeit entschieden.

Gemäss Statistik ist in Cressier eine deutschsprachige Minderheit ansässig. Deren Anteil liege seit über 100 Jahren bei über 15 Prozent, seit den 1960er-Jahren bei mindestens einem Viertel. Es sei jedoch nicht diese Tatsache, die die Gemeinde zur Bildung eines zweisprachigen Schulkreises nötige, sondern die Schulgesetz­gebung, die für einen Schulkreis mindestens acht Klassen vorsehe. Generell ist der Staatsrat der Meinung, dass sich zweisprachige Schulkreise gut für die Entwicklung des zweisprachigen Unterrichts eignen.

Die Kantonsregierung verstehe aber die Befürchtungen der französischsprachigen Einwohner Cressiers, dass das sprachliche Mehrheitsverhältnis im Dorf kippen könnte. Die Verfassung könne Bevölkerungsbewegungen aber nicht verhindern.

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