Mit dem Naturpark in die Zukunft

Ottenleuebad

Der Naturpark sichert einem weiteren Gastrobetrieb die Zukunft: Die Gantrischplus AG engagiert sich im Ottenleuebad – zusammen mit einem anonymen Investor.

Die Stammgäste wissen seit langem, dass Beat und Christa Hasler das traditionsreiche Ottenleuebad im Herbst schliessen werden. Nun ist es so weit, der Hotel- und Restaurantbetrieb im Herzen des Gantrischgebiets hat, so die Website, «Ferien bis 30. September». Ein Anruf beim Besitzer- und Wirtepaar schafft Klarheit: Das Gebäude sei verkauft, und man zügle weg. Näheres wisse die Gantrischplus AG.

Gantrischplus: Zum dritten Mal taucht die vom Naturpark Gantrisch gegründete Firma im Zusammenhang mit einem Gas­trobetrieb im Parkgebiet auf. Im Juni ging es um das Gurnigel-Berghaus und im September um das nahe Bergheim des Stadtturnvereins Bern – nun also, bestätigt Präsident Ruedi Flückiger auf Anfrage, nimmt Gantrischplus auch das Ottenleuebad unter seine Fittiche.

Wobei dies nur für die spätere Betriebsführung, nicht aber für den Kauf gilt. An ­allen drei Orten tritt dafür ein aussenstehender, von Gantrischplus vermittelter Investor auf. Beim Gurnigel-Berghaus übernahm die Bernapark AG von Banker Hans-Ulrich Müller diesen Part, beim Bergheim bleib der Name geheim.

So ist es jetzt auch wieder beim Ottenleuebad, ja, Flückiger äussert sich nicht einmal dazu, ob hier einer der bisherigen Investoren beteiligt ist. Umso wichtiger ist ihm, dass es fast nahtlos weiter geht: Nach den paar Tagen Ferien geht das Restaurant mitsamt dem angegliederten Hotelbetrieb am 1. Oktober wieder auf.

Für kleine Gruppen

Flückiger sagt es offen: So viele Übernahmen in so kurzer Zeit stellen für ihn und sein Team eine Herausforderung dar. Denn nun gilt es innerhalb weniger Wochen zahlreiche Stellen neu zu besetzen. Langfristig muss auch klar werden, wie sich die Häuser weiterentwickeln sollen und welche Um- und Ausbauten dafür nötig sind.

Für das Ottenleuebad hat Flückiger bereits konkrete Ideen. Das Haus eigne sich dank seiner Lage abseits der Alltagshektik und dank seiner überschaubaren Grösse als Seminarort für kleine Gruppen. Wenn es gelinge, den Betrieb so zu positionieren, sei er viel weniger vom Ausflugsverkehr an schönen Wochen­end- und Ferien­tagen abhängig als heute.

Park wird sichtbar

Dank der Aktivitäten der Gantrischplus AG kommt der Naturpark seinem Ziel ein gutes Stück näher. Lange litt er nämlich unter einer geringen Wirkung nach aussen. Viele in der Region fragten sich, was mit all den Steuergeldern passiert, die ihm Jahr für Jahr zufliessen. In einem Interview von Mitte März gab Präsident Flückiger unumwunden zu Protokoll, dass der Park just dieses Problem habe.

Gleichzeitig stellte er Gegenmassnahmen in Aussicht – die Gründung der Gantrischplus AG als Firma, die sich aktiv im Tourismus engagieren und so die Arbeit des Parks sichtbar machen könne, sei ein Mittel dazu. Der Park selber dürfe dies wegen der strikten Vorgaben des Bundes nicht.

Und die Gantrischhütte?

Ob es nun in diesem Tempo weitergeht? Immerhin wird auch die untere Gantrischhütte zurzeit nur provisorisch als Kiosk geführt. Doch mittlerweile scheint ihre Zukunft sicherer zu sein als auch schon: Der Bund als Eigentümer wolle den Gastroteil aufs neue Jahr hin im Baurecht an einen Dritten übergeben, sagt Flückiger.

Die Gantrischplus AG habe sich deshalb als Interessentin zurückgezogen. «Wir wollen nicht möglichst viele Häuser führen. Sondern sicherstellen, dass es an möglichst vielen Orten weitergeht.»

Wer in der unteren Gantrischhütte künftig das Sagen haben wird, verrät Flückiger nicht. Er verweist an den Bund – doch dort war gestern dazu keine Auskunft zu erhalten.

Berner Zeitung

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